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170 Flüchtlinge ertranken vor der Küste Libyens auf ihrem Weg nach Europa

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Baku, den 26. August (AZERTAG). 170 Flüchtlinge ertranken Medienberichten zufolge vor der Küste Libyens auf ihrem Weg nach Europa. Sie wollten in einem kleinen Holzboot von Afrika nach Italien. Als das Boot kentert, ertrinken Hunderte Menschen östlich der Hauptstadt Tripolis vor der libyschen Küste. Fischer hatten die Küstenwache auf das Unglück von Freitagabend aufmerksam gemacht, seit Samstag sucht diese nach Überlebenden. 17 Menschen konnten gerettet werden. Nach den Aussagen dieser Überlebenden sollen sich etwa 200 Menschen an Bord des Holzbootes befunden haben. Seit dem Unglück seien bislang 70 Leichen an die Küste gespült worden, sagte ein Sprecher der Küstenwache. „Außerdem haben wir etwa hundert Todesopfer aus dem Frachtraum des Holzbootes geborgen, das unweit der Küste gekentert war“, so der Sprecher weiter. „Das Boot ist offenbar ganz plötzlich gekentert, die Insassen hatten keine Chance.“

Die italienische Marine rettete am Wochenende außerdem 73 weitere Menschen von einem Schlauchboot, das einen Motorschaden hatte. Wie die italienische Marine mitteilte, war am Sonntagabend vor der libyschen Küste ein weiterer Fischkutter gesunken, mit dem zahlreiche Menschen von Afrika nach Europa gelangen wollten. Auf der Insel Lampedusa startete ein Helikopter, der Rettungsringe für die Schiffbrüchigen abwarf. Weil sehr schnell zudem zwei Marineschiffe, ein Schiff der Küstenwache und ein Handelsschiff am Unglücksort eintrafen, konnten den Angaben zufolge 364 Menschen gerettet werden können. Insgesamt wurden vor der italienischen Küste am Wochenende nach Angaben der Marine innerhalb von 48 Stunden etwa 4000 Flüchtlinge aufgegriffen.

Italien ist durch die vorgelagerte Insel Lampedusa häufig erste Anlaufstelle für afrikanische Flüchtlinge. Der Regierung im Rom zufolge sind 2014 bereits mehr als 100 000 Menschen auf diesem Weg in das EU-Land gekommen. Diese Zahl bestätigte auch das UN-Flüchtlingshilfswerks UNHCR. Menschenschmuggler wählen häufig die Route von Libyen aus. Die italienische Marine überwacht das Mittelmeer seit Monaten verstärkt im Zuge des Einsatzes „Mare Nostrum“ (Unser Meer). Der Einsatz wurde gestartet, nachdem im vergangenen Jahr Hunderte Menschen bei dem Versuch ertrunken waren, die EU über das Mittelmeer mit wenig seetüchtigen Booten zu erreichen.

 

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