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Adidas startet Massenproduktion von Sportschuhen mit 3D-Drucker

Baku, 7. April, AZERTAC

Adidas wird die Sohlen eines Sportschuhs künftig drucken - mit einer neuen Generation von 3D-Druckern. Das amerikanische Start-up Carbon hat eine Technik entwickelt, die das Drucktempo drastisch erhöht und damit auch größere Stückzahlen ermöglicht.

Es ist nach Angaben des Unternehmens das erste Mal, dass ein Schuh aus dem Drucker in Serie geht. Konkurrenten wie Nike, Under Armour und New Balance experimentieren ebenfalls mit gedruckten Prototypen und Spezialanfertigungen, sind aber über die Einzelproduktion noch nicht hinausgekommen.

"Wir haben einige unserer Grenzen gesprengt", sagte Gerd Manz, Technikchef der deutschen Sportartikelfirma, bei der Vorstellung des Schuhs "Futurecraft 4D". Dieses Jahr will das Unternehmen 5000 Paare verkaufen. 2018 wird ein Absatz von 100.000 Paaren angepeilt.

Möglich macht es eine neuartige Drucktechnik. Bislang brauchte Adidas eineinhalb Stunden, um eine Schuhsohle zu drucken. Diese Zeit reduziert Carbon auf lediglich 20 Minuten.

Preis und Tempo sind die größten Hürden beim 3D-Drucken. Die meisten Drucker sind relativ langsam und teuer. Vergangenes Jahr etwa ließ Adidas einen Sportschuh in limitierter Edition mit einem herkömmlichen 3D-Drucker herstellen. Er kostete rund 300 Euro, seine Herstellung brauchte zehn Stunden und er war vielen Kunden zu starr und schwer.

Mit der neuen Technik hofft Adidas auch, schneller auf Trends reagieren und persönliche Vorlieben bedienen zu können. Schon jetzt können Kunden die Farbe ihrer Schuhe bei der Bestellung selbst bestimmen. In Zukunft wäre laut Adidas auch eine größere Personalisierung denkbar. Hersteller könnten Schuhsohlen exakt an Fußform, Gewicht oder Laufstil der Käufer anpassen. Heute unwirtschaftliche Kleinserien würden profitabel.

Der Start des neuen Schuhs kommt zu einer Zeit, da Adidas gute Zahlen vorweisen kann. Erstmals überwand das Unternehmen 2016 die Schwelle von einer Milliarde Euro Gewinn. Der neue Chef Kasper Rorsted will sich auf weniger Marken und weniger Produkte fokussieren und so von der Konkurrenz absetzen. Die Ziele bis 2020 hob Rorsted dafür kürzlich an: Der Umsatz soll jährlich um zehn bis zwölf Prozent steigen, der Gewinn sogar um bis zu 22 Prozent.

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