GESELLSCHAFT


Afrika: Strategie im Kampf gegen Raupe entwickelt

Baku, 15. Februar, AZERTAC

Der Herbst-Heerwurm ist zwei Zentimeter lang - und bedroht die Ernte im südlichen Afrika. Die Welternährungsorganisation FAO hat deshalb eine Krisensitzung mit 16 afrikanischen Ländern einberufen. Bis Donnerstag soll eine Strategie im Kampf gegen die Raupe entwickelt werden.

"Was uns besonders beunruhigt, ist, dass die Hauptproduzenten von Mais betroffen sind", sagte sagte David Phiri, der Koordinator der Uno-Organisation für Ernährung und Landwirtschaft (FAO) für das südliche Afrika. Wenn sich der Herbst-Heerwurm weiter so schnell ausbreite, sei bald die Versorgungssicherheit gefährdet.

Der Herbst-Heerwurm (Spodoptera frugiperda) befällt vor allem Mais, das wichtigste Grundnahrungsmittel der Region. Aber auch Hirse, Sojabohnen, Erdnüsse und Kartoffeln sind betroffen. Alle Bemühungen, den Wurm zu bekämpfen, waren bisher vergeblich. Er breitet sich immer weiter aus.

In Sambia sind bereits 130.000 Hektar Mais betroffen, in Simbabwe neun von zehn Provinzen. Auch in Südafrika, dem größten Maisproduzenten der Region, ist die Raupenplage inzwischen nachgewiesen worden. Die Region kämpft schon jetzt mit einer der schlimmsten Dürren seit drei Jahrzehnten, warnen die Vereinten Nationen.

Heerwurm kommt aus Amerika - Der Herbst-Heerwurm richtet auf dem amerikanischen Kontinent seit Jahrzehnten große Schäden an. "Wir können ihn nicht vernichten", sagte Phiri. "Aber wir müssen einen Plan entwickeln, mit ihm umzugehen."

Wissenschaftler vermuten, dass der Schädling 2016 versehentlich mit Flugzeugen nach Westafrika gelangte. Aus den Raupen werden Eulenfalter, die sich bei günstigem Wind rasch über Hunderte Kilometer verbreiten können und bis zu 1000 Eier legen.

Experten warnen, dass sich die Art schon bald von Afrika bis in den europäischen Mittelmeerraum verbreiten könnte. "Es wird wahrscheinlich dazu kommen, und wir können den Heerwurm nicht ausrotten", sagte kürzlich Matthew Cock, der leitende Forscher des Zentrums für Landwirtschaft und Biowissenschaften (CABI) im englischen Egham.

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