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Afrikanischer Sperlingsvogel variiert beim Betrug

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Baku, den 5. Mai (AZERTAG). Eine Betrügermasche kann noch so gut sein – meist wird sie irgendwann durchschaut. Das ist auch in der Tierwelt so. Diesem Vogel gelingt es trotzdem, seine Opfer mit falschen Alarmen zu täuschen.

Ehrlich währt am längsten – von wegen. Ein Sperlingsvogel gaukelt mit einem großen Repertoire an Warnrufen anderen Tieren eine Gefahr vor, um sie zu vertreiben und ihnen Futter zu stibitzen.

Der afrikanische Trauerdrongo ahmt dabei typische Alarmrufe nach, mit denen sich seine Opfer – andere Vögel und sogar Erdmännchen – normalerweise gegenseitig vor Greifvögeln oder Füchsen warnen.

Der Vogel könne den Warnruf von bis zu 51 anderen Tierarten nachahmen, schreibt eine Gruppe von Biologen in der US-Fachzeitschrift „Science“.

Erfolgreicher Mundraub - Die Forscher um Tom Flower von der Universität Kapstadt in Südafrika beobachten in der Kalahari-Wüste 64 Drongos über einen Zeitraum von 847 Stunden.

In dieser Zeit unternahmen die ausgebufften Vögel 688 Mundraubversuche, die meisten davon mit Erfolg. Dabei setzten die Drongos durchaus auch ihre eigenen Warnrufe ein.

Sobald sie aber merkten, dass ihr falscher Alarm nicht mehr ernst genommen wurde, wechselten sie das Repertoire, so Flower. Der betrügerische Vogel habe dabei mehr Erfolg, wenn er die irreführenden Warnrufe variiert.

Opfer sind 25 verschiedene Arten – „Ich habe beobachtet, dass Drongos mit ihrem falschen Alarm das Futter von 25 verschiedenen Arten stehlen“, sagt der Zoologe Flower.

Trauerdrongos sind etwas größer als ein Spatz und kleiner als eine Amsel. Sie sind pechschwarz und haben rote Augen.

Normalerweise jagen sie kleine Insekten, Libellen und Grillen oder fressen, was bei der Jagd anderer Vögel abfällt. Sie luchsen ihnen die Beute aber auch absichtlich mit falschen Warnrufen ab.

Doch diese Taktik zieht bei vielen Tieren nicht mehr, wenn sie mehrmals auf die gleiche Falschmeldung hereingefallen sind, wie das Team um Flower schreibt.

32 verschiedene Warnsignale - Deshalb nutzen die Trauerdrongos (Dicrurus adsimilis) ein ganzes Repertoire an irreführenden Lauten. Sie nutzen ihr eigenes Notsignal, die Rufe anderer Vögel und die Warnung der Erdmännchen. Sind die Betrogenen geflüchtet, schnappt sich der Vogel deren Futter.

Die einzelnen Vögel markierten sie mit bunten Ringen. Die Biologen fanden heraus, dass die Trauerdrongos bis zu 32 verschiedene Versionen von Warnsignalen auf Lager haben.

Trauerdrongos, die Alarmrufe verschiedener Arten einsetzten, hatten laut Flower nicht nur mehr Erfolg bei ihren Tricksereien. Sie schafften es auch, ein Opfer mehrmals hereinzulegen.

 

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