GESELLSCHAFT


Agrarprodukte, in den USA, Dürre Katastrophale Dürre in Kalifornien

Baku, 25. Mai, AZERTAC

Nirgends in den USA werden so viele Agrarprodukte angebaut wie in Kalifornien. Die katastrophale Dürre in dem Land zwingt die Bauern jetzt zu Zugeständnissen. Die ersten schränken ihren Wasserverbrauch drastisch ein - freiwillig.

Die Bauern stammen aus dem Delta der Flüsse Sacramento und San Joaquin; diese Gegend bildet das Herzstück des kalifornischen Wassersystems - und hier leben auch diejenigen mit den umfangreichsten Rechten. Das komplizierte Geflecht aus Wassernutzungsrechten in Kalifornien besteht seit dem 19. Jahrhundert und begünstigt vor allem diejenigen, deren Ansprüche am ältesten sind.

4000 Bauern in der Delta-Region besitzen diese umfassenden Rechte zur Wassernutzung - entweder weil sie Anbauflächen haben, die an Flüsse und Wasserläufe angrenzen, oder weil ihre Wassernutzungsrechte bereits mehr als hundert Jahre alt sind. Einige stammen sogar noch aus der Zeit des kalifornischen Goldrausches.

Inhaber der alten Rechte, die nun freiwillig auf 25 Prozent Wasser verzichten, wollen, indem sie ihre Pflanzen weniger bewässern oder ganze Felder brachliegen lassen, vor allem noch drastischere Zwangsmaßnahmen vermeiden: Die Regierung hat sich im Gegenzug verpflichtet, ihnen 75 Prozent ihres Wassers zu lassen. Wer jetzt nicht freiwillig mitmacht, dem drohen schmerzvollere Einschnitte durch den Staat.

Hunderttausende Hektar Ackerland liegen bereits brach - Auch wenn die Gruppe an freiwilligen Sparern bisher vergleichsweise klein ist, hoffen Behörden, dass nun weitere Landwirte nachziehen. Wer seine Wassernutzungsrechte nach 1914 erworben hat, musste bereits harte Einschnitte bei der Zuteilung hinnehmen. Einige Landwirte begannen daraufhin, Wasser aus dem Boden zu pumpen, oder ließen Anbauflächen brachliegen - Hunderttausende Hektar Ackerland werden laut „New York Times“ in Kalifornien derzeit nicht bewirtschaftet.

Kein Staat in den USA produziert so viele Agrarprodukte wie Kalifornien, mehr als die Hälfte der in den USA angebauten Nüsse, Früchte und des Gemüses wird hier angepflanzt. Da verwundert es nicht, dass 80 Prozent des Wassers, das aus Flüssen, Wasserläufen und dem Boden abgepumpt wird, in die Landwirtschaft fließt.

Kalifornien und der gesamte Südwesten der USA leiden seit Jahren unter der Trockenheit, zusammengefasst sind die Probleme folgende:

- Die Dürre hält seit Jahren an, ein Ende ist nicht in Sicht.

- Die Wasserressourcen sind stark angegriffen. Besonders beunruhigend: Satellitenbilder haben kürzlich gezeigt, dass auch die Grundwasserpegel bereits massiv gesunken sind.

- Studien über die Klimageschichte der Region haben ergeben, dass die aktuelle Trockenheit nicht etwa die Ausnahme, sondern eine Rückkehr zum Normalzustand sein könnte.

- Die Bevölkerung des Staates wächst stetig, was Effizienzgewinne bei der Wassernutzung zum Teil auffrisst.

- Um die Wasserknappheit zu bekämpfen, greifen verschiedene Gemeinden in Kalifornien zudem auf eine alte Technologie zurück: die Meerwasser-Entsalzung. In San Diego entsteht beispielsweise gerade die größte Meerwasser-Entsalzungsanlage der westlichen Hemisphäre.

- Den meisten wird das dramatische Ausmaß allerdings erst jetzt bewusst - spätestens seitdem Gouverneur Jerry Brown im April die Kalifornier per Dekret zum Wassersparen gezwungen hat: Haushalte, Städte und Gemeinden sollen demnach ihren Wasserverbrauch um ein Viertel senken, zum -Beispiel durch neue Normen für Toiletten und Wasserhähne und indem Rasenflächen nicht mehr bewässert werden.

Wer sich nicht daran halte, müsse Strafen von 500 Dollar zahlen oder werde von der Wasserversorgung abgeschnitten, warnte der Gouverneur. Die Folge waren unter anderem kritischen Stimmen, wonach sich auch Landwirte an den Sparmaßnahmen beteiligen sollen. „Ich verzichte auf 25 Prozent meines Einkommens“, sagte nun Rudy Mussi, ein Landwirt aus dem Delta, der freiwillig ein Viertel weniger Wasser nutzt.

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