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Ägyptisches Gericht bestätigt 183 Todesstrafen gegen Muslimbrüder

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Kairo, den 21. Juni (AZERTAG). Rund 500 Verfahren wurden eingestellt, doch fast 200 Angeklagten droht der Tod: Ein Gericht in der ägyptischen Stadt Minja hat im größten Massenprozess der Geschichte des Landes mindestens 183 Todesurteile gegen Muslimbrüder bestätigt. Unter den Verurteilten ist auch das Oberhaupt der inzwischen verbotenen Muslimbruderschaft, Mohammed Badie. Ihm droht nun der Tod durch den Strang.

Bei der Berufungsverhandlung war neu über 683 Todesurteile entschieden worden, die bereits am vom 28. April gefallen waren. Die Staatsanwaltschaft hatte den Angeklagten vorgeworfen, an Unruhen im August 2013 teilgenommen zu haben, bei denen zwei Polizisten getötet worden waren. Die Todesurteile müssen noch vom Mufti bestätigt werden, dem obersten islamischen Rechtsgelehrten in Ägypten.

Vier weitere Angeklagte wurden den Angaben zufolge zu lebenslangen Haftstrafen verurteilt - alle anderen Verfahren wurden eingestellt. Die Angaben zum Ausgang des Prozesses gingen jedoch zunächst auseinander: Das ägyptische Staatsfernsehen meldete lediglich hundert Todesurteile, die staatliche Zeitung „al-Ahram“ deutlich mehr.

Drastische Urteile wie dieses schüren in Ägypten seit Monaten die Sorge, dass die Behörden unter dem neuen Präsidenten Abd al-Fattah al-Sisi wieder Verhältnisse schaffen wie zu Zeiten von Staatschef Husni Mubarak, als das Land autokratisch regiert wurde. Zuletzt hatte ein Gericht Ende März 529 Muslimbrüder zum Tod verurteilt. Die meisten Strafen wurden später in lebenslange Haftstrafen umgewandelt.

Asya Hajizade

EB der AZERTAG

Kairo

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