WIRTSCHAFT


Aktionäre des finnischen Konzerns das Ende der Nokia-Handys besiegelt

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Baku, den 19. November (AZERTAG). 14 Jahre lang dominierte Nokia den Markt für Mobiltelefone - dann kam der Absturz. Nun haben die Aktionäre des finnischen Konzerns das Ende der Nokia-Handys besiegelt. Für 5,44 Milliarden Dollar wird die Sparte an Microsoft verkauft.

Eine Ära geht zu Ende: Die Anteilseigner des finnischen Konzerns haben den Verkauf der Mobiltelefonsparte an den US-Software-Konzern Microsoft abgesegnet. Die Aktionäre, die bereits vor der außerordentlichen Hauptversammlung am Dienstag abgestimmt hatten und die mehr als drei Viertel der Stimmrechte innehaben, votierten mit 99,7 Prozent für den Verkauf der Handysparte an Microsoft.

Damit ein Kapitel Wirtschaftsgeschichte zu Ende. Nokia Chart zeigen war einst Weltmarktführer, 14 Jahre lang dominierte das Unternehmen den Markt. 2012 aber lief der südkoreanische Hersteller Samsung Chart zeigen den Finnen den Rang ab.

Nokia hatte den Trend zu Smartphones und Tabletcomputern verschlafen. Zwar entwickelte das Unternehmen auch Geräte mit vielen Multimedia-Funktionen. In der Gunst der Verbraucher konnten diese jedoch nicht mit Produkten wie dem iPhone von Apple mithalten, das mit der nutzerfreundlichen Steuerung über einen berührungsempfindlichen Bildschirm ab 2007 Maßstäbe setzte.

Microsoft Chart zeigen will nun groß in den Handymarkt einsteigen und zahlt 5,44 Milliarden Dollar für die Nokia-Handysparte. Die beiden Unternehmen arbeiten schon seit längerem zusammen, zahlreiche Nokia-Smartphones laufen mit dem Microsoft-Betriebssystem Windows Phone.

Nach dem Verkauf der Handysparte bleibt Nokia noch das Netzwerk-Geschäft. Angesichts des Smartphone-Booms gewinnen leistungsfähige Netze für die mobile Datenübertragung an Bedeutung. Erst Anfang Juli hatte Nokia nach ergebnisloser Käufersuche bekanntgegeben, das mit Siemens gemeinsam betriebene Netzwerkausrüstungsunternehmen Nokia Siemens Networks künftig ohne den deutschen Partner führen zu wollen.

Nokia steckt tief in der Krise: Im Jahr 2011 fuhr das Unternehmen rund 1,2 Milliarden Verlust ein, 2012 waren es schon 3,1 Milliarden Euro, in den ersten neun Monaten dieses Jahres 590 Millionen Euro. Die Aktionäre sind überzeugt, dass die Konzentration auf die Netzwerkausrüstung das Unternehmen wieder profitabel machen wird.

Sämtliche Produktionsstandorte, die mit dem Handygeschäft verbunden sind, tritt Nokia an Microsoft ab. Das Unternehmen geht davon aus, dass die betroffenen 32.000 Mitarbeiter vom US-Software-Konzern übernommen werden.

Nokia beschäftigt derzeit rund 56.000 Menschen und hat Werke in China, Indien, Südkorea, Vietnam, Brasilien, Mexiko und Ungarn. Bis 2008 hatte Nokia auch in Deutschland produziert, und zwar in Bochum. Die Finnen verlagerten die Produktion aber nach Rumänien, was auf massive Proteste stieß. Nach nur vier Jahren schloss Nokia das Werk in der Stadt Cluj wieder.

 

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