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Alle Schuppentierarten sind vom Aussterben bedroht

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Baku, den 31. Juli (AZERTAG). Schuppentiere, auch bekannt als Tannenzapfentiere, könnten schon bald ganz von der Erde verschwinden, warnt die Weltnaturschutzunion (IUCN). Die putzigen Insektenfresser werden regelrecht vom Angesicht der Erde verspeist. Bei der letzten Aktualisierung der Roten Liste gefährdeter Arten wurden alle acht Schuppentierarten als bedroht eingestuft.

Heimisch sind die einzigen Säugetiere mit echten Schuppen in Afrika, südlich der Sahara, und in Süd- und Südostasien. Wie ihr Name bereits vermuten lässt, erinnern die Tiere an einen Tannenzapfen mit Schwanz und Beinen. Bei Gefahr rollen sie sich zu einer kompakten Kugel zusammen. Die dichte Schuppenschicht schützt vor Angreifern.

Allerdings schmeckt nicht nur Leoparden und Hyänen das Fleisch der Schuppentiere, sondern auch Menschen. Die Tiere gelten als Delikatesse, weshalb sie gejagt werden. Obwohl der Handel mit aus der Wildnis gefangenen Schuppentieren verboten ist, nimmt er zu. Konsumenten seien bereit, extrem hohe Preise für das Fleisch zu zahlen, schreibt die IUCN. Außerdem werden die Schuppen in der Chinesischen Medizin eingesetzt, etwa gegen Schuppenflechte oder Fieber.

Schuppentiere seien inzwischen die am häufigsten illegal gehandelten Säugetiere weltweit, so die Naturschützer. Über eine Million Tiere seien der Wildnis in den vergangenen zehn Jahren entrissen worden- vor allem in Asien. Die IUCN stuft das Chinesische und das Malaiische Schuppentier als akut vom Aussterben bedroht ein (critically endangered), das Indische und Philippinische als stark gefährdet.

Da alle vier asiatischen Arten nur noch selten zu finden sind, konzentriere sich die illegale Jagd nun vermehrt auf Afrika, um die Nachfrage weiterhin stillen zu können, so die IUCN. „Im 21 Jahrhundert sollten wir eine Tierart nicht essen, bis sie ausstirbt“, sagt Jonathan Baillie von der IUCN. „Es gibt keine Entschuldigung dafür, den illegalen Handel zu dulden.“

Die IUCN hat bereits einen Plan veröffentlicht, was geschehen muss, um den illegalen Handel mit Schuppentieren aus Afrika und Asien zu stoppen. Einer der ersten Schritte müsse sein, dass die chinesische und vietnamesische Regierung ihre Schuppentierpopulation erfasst und die Ergebnisse veröffentlicht, so dass Wildfänge stärker auffallen. Zudem halten die Tierschützer drei weitere Veränderungen für nötig:

Einheimische müssten von der Wilderei abgehalten werden

Die Gesetze zum Schutz der Schuppentiere müssten endlich auch in der Praxis umgesetzt und Verstöße geahndet werden

Die Nachfrage müsste besser verstanden und schließlich deutlich reduziert werden

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