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Antarktis trägt derzeit weniger als zehn Prozent zum globalen Meeresspiegelanstieg bei

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Baku, den 14. August (AZERTAG). Kalt, weiß und ewig eisig? Auch die Antarktis ist vom Klimawandel betroffen. Noch in diesem Jahrhundert könnte laut einer neuen Studie schmelzendes Eis vom weißen Kontinent den Meeresspiegel um 37 cm ansteigen lassen. Die Antarktis trägt derzeit weniger als zehn Prozent zum globalen Meeresspiegelanstieg bei. Den Rest besorgen die thermische Ausdehnung der sich erwärmenden Ozeane, schmelzende Gletscher sowie der Grönländische Eisschild. Laut einer neuen internationalen Studie unter Federführung des Potsdamer Instituts für Klimafolgenforschung (PIK) könnte sich das in den kommenden Jahrzehnten dramatisch ändern.

Wenn die Treibhausgas-Emissionen weiter ansteigen wie bisher, könnte der Eisverlust in der Antarktis bereits in diesem Jahrhundert den globalen Meeresspiegel um weitere ein bis 37 Zentimeter erhöhen

Levermann, Klimaprofessor beim PIK, war selbst Leitautor des Kapitels zum Meeresspiegelanstieg im Bericht des Weltklimarats (IPCC). In einem seiner Interviews hatte er noch die Meinung geäußert, die IPCC-Vorhersagen zum Meeresspiegelansteig könnten für das 21. Jahrhundert noch zutreffen. Zwar hätten neue Forschungsergebnisse gezeigt, dass ein unumkehrbarer Schmelzprozess in der Westantarktis begonnen habe. Die Antarktis werde aber „nicht über Nacht“ schmelzen, so dass die Prognosen voraussichtlich erst im nächsten Jahrhundert spürbar würden.

Die neue Studie, die eine ganze Reihe aktueller Klimamodelle und Beobachtungsdaten mit verschiedenen Eis-Modellen kombiniert, zeigt aber nach Meinung von Levermann und seinen Kollegen, dass die Antarktis den Meeresspiegelanstieg wesentlich schneller ansteigen lassen könnte. Damit würde die IPCC-Vorhersagen schon übertroffen. Selbst ambitionierte Klimaschutzmaßnahmen, die die globale Temperaturerhöhung auf zwei Grad Celsius begrenzen würden, wäre voraussichtlich mit einem Anstieg von bis zu 23 Zentimeter verbunden.

Im Gegensatz zur Arktis und zu den Berggletschern, die hauptsächlich von oben wegschmelzen, begünstigt in der Antarktis die Erwärmung der Ozeane ein Abschmelzen von unten. So schützen die eisigen Luft- und Oberflächentemperaturen die Antarktis nicht vor einem Eisverlust.

Das Eis an der Küste sei ständig in Kontakt mit dem sich erwärmenden Wasser, erklärte Levermann. Selbst die kleinste Erwärmung könne das Schelfeis zum schmelzen bringen. Das Schmelzwasser fließt ins Meer, wo Eisberge abbrechen und dann den Meeresspiegel ansteigen lassen.

Studien in diesem Jahr haben gezeigt, dass das westantarktische Eis bereits unwiederkehrbar schmilzt. Damit habe eine neue Ära des „irreversiblen Klimawandels“ begonnen, sagte Levermann der DW. Es sei aber möglich, durch die Reduzierung des CO2-Austoßes die Geschwindigkeit des Prozesses und so des Meeresspiegelanstiegs zu beeinflussen und andere Regionen, wie die Ostantarktis, zu schützen.

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