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Antonio Guterres als UN-Generalsekretär bestätigt

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Baku, 13. Oktober, AZERTAC

Die Vollversammlung der Vereinten Nationen hat Antonio Guterres offiziell zu ihrem Generalsekretär ernannt. Sein Vorgänger Ban Ki Moon sagte, der Portugiese sei der Richtige, die UN in diesen unsicheren Zeiten zu lenken.

Der Schritt der 193 Mitgliedstaaten an diesem Donnerstag galt als Formalie, nachdem der Sicherheitsrat den früheren Chef des UN-Flüchtlingshilfswerks in der vergangenen Woche für den Posten nominiert hatte. In der rund 70-jährigen UN-Geschichte hatte das Plenum eine solche Personalie noch nie blockiert.

Der frühere portugiesische Ministerpräsident übernimmt das Amt von Ban Ki Moon zum 1. Januar 2017. Der Südkoreaner erklärte, Guterres sei den Menschen an den "Frontlinien der Konflikte und des humanitären Leidens" bereits bekannt. "Er ist eine wunderbare Wahl, die Vereinten Nationen in einer Zeit zu lenken, in der wir auf den Fortschritt des vergangenen Jahrzehnts bauen, während wir uns den Unsicherheiten der heutigen Welt stellen müssen", betonte Ban.

Die Vereinten Nationen twitterten, man habe "Geschichte geschrieben". "Ich bin sicher, dass Herr Guterres der Weltgemeinschaft mit Hingabe und als moralische Instanz dienen wird und die Stimme unseres Gewissens und der Menschheit während seiner Amtszeit sein wird", sagte der Präsident der Vollversammlung, Peter Thomson.

Guterres war nach seiner Amtszeit als Ministerpräsident von 2005 an zehn Jahre lang UN-Flüchtlingskommissar. In dieser Zeit reduzierte er den Verwaltungsapparat des UNHCR in Genf um ein Drittel und steigerte die Flexibilität der Organisation bei der Reaktion auf internationale Krisen.

Nach den ungeschriebenen regionalen Verteilungsprinzipien der UN wäre eigentlich ein Vertreter aus Osteuropa an der Reihe gewesen. Viele hatten für eine Frau plädiert - alle bisherigen Generalsekretäre waren Männer; im Gespräch war unter anderem die Vizepräsidentin der EU-Kommission, die Bulgarin Kristalina Georgiewa, gewesen.

Der UN-Generalsekretär steht einem Apparat von weltweit 44.000 Mitarbeitern vor und spielt auch eine politische Rolle, indem er Krisengebiete bereist, mit Spitzenpolitikern zusammenkommt und innerhalb der Weltorganisation eigene politische Schwerpunkte setzt.

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