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Arabische Staaten wollen Ägypten mit acht Milliarden Dollar helfen

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Baku, den 10. Juli (AZERTAG). Die wirtschaftlichen Probleme Ägyptens waren ein wichtiger Grund für den Sturz von Präsident Mursi. Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate wollen dem Land nun mit Milliardenhilfen aus der Klemme helfen. Die Geldspritze könnten einen umstrittenen Kredit des IWF ersetzen.

Gut eine Woche nach dem Sturz von Ägyptens Präsident Mohammed Mursi kann das wirtschaftlich schwer angeschlagene Land offenbar mit Hilfsgeldern von insgesamt acht Milliarden Dollar (6,25 Milliarden Euro) aus Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten rechnen.

Die Vereinigten Arabischen Emirate hätten zugesagt, Ägypten mit drei Milliarden Dollar zu helfen - eine Milliarde als Beihilfe, zwei Milliarden als zinsloser Kredit. Saudi-Arabien will Ägypten fünf Milliarden Dollar zur Verfügung stellen, davon eine Milliarde Dollar als direkte Beihilfe, zwei Milliarden als Einlage in die ägyptische Zentralbank und zwei Milliarden in Form von Energielieferungen.

Beide Staaten gelten als Gegner der islamistischen Regierung des bisherigen Präsidenten Mursi. Das Hilfsversprechen ist offenbar ein Versuch, die vom Militär eingesetzte Übergangsregierung zu stabilisieren.

Allerdings haben sich Ägyptens wirtschaftliche Probleme bereits seit Jahren aufgestaut. Die politischen Unruhen haben Touristen und internationale Investoren, die beiden wichtigsten Devisenlieferanten, verschreckt. Die Reserven, die Ägypten in ausländischen Währungen hält, sind im Juni auf 14,9 Milliarden Dollar gesunken und können nicht einmal mehr drei Monate lang die Importe des Landes finanzieren.

Als ein möglicher Ausweg wurde stets ein 4,8 Milliarden Dollar schweres Kreditgeschäft mit dem Internationalen Währungsfonds (IWF) gehandelt. Im Land selbst wird dies aber kritisch gesehen, da befürchtet wird, dass der IWF Auflagen machen könnte, wie etwa die Kürzung staatlicher Subventionen. Das wiederum könnte die Unruhe im Volk anheizen.

Die massiven wirtschaftlichen Probleme, die dazu führen, dass viele Bürger arbeitslos sind, kaum genug Geld für Lebensmittel haben, und das Alltagsleben etwa durch Benzinknappheit und ständige Stromausfälle erschwert wird, gelten als ein Grund, warum sich in der Bevölkerung zunehmend Widerstand gegen Mursi und die islamistischen Muslimbrüder regte.

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