WISSENSCHAFT UND BILDUNG


Archäologen 42.000 Jahre alte Perlen aus Mammutelfenbein geborgen

Baku, 27. Juli, AZERTAC

Archäologen haben aus den Höhlen der Schwäbischen Alb bis zu 42.000 Jahre alte Perlen aus Mammutelfenbein geborgen. Die 40 Schmuckstücke werden nun im Urgeschichtlichen Museum in Blaubeuren als "Fund des Jahres" ausgestellt.

"Diese Schmuckstücke sind wichtig für die Entwicklung unserer Art", erklärte der wissenschaftliche Leiter der Grabungen, Professor Nicholas Conard. Sie seien zudem der bislang älteste Nachweis für die komplexe Herstellung von Elfenbeinperlen weltweit.

Conard hob die besondere Machart der doppelt sowie teils dreifach gelochten Perlen hervor. Sie sei bisher allein von der Schwäbischen Alb bekannt. Das deute darauf hin, dass Menschen schon vor 42.000 Jahren Schmuck zur Kennzeichnung einer Gruppenidentität anfertigten.

Bohren mit feinem Feuersteingerät - Die Lochungen der Perlen entstanden durch das Bohren mit einem feinen Feuersteingerät oder durch wiederholtes Einschneiden. Sie liegen in allen Stadien des Herstellungsprozesses vor: vom Rohling bis zum getragenen Stück.

Solche Perlen seien über einen Zeitraum von 6000 Jahren nachweisbar, sagte Sibylle Wolf, wissenschaftliche Koordinatorin des Senckenberg Centre an der Universität Tübingen. "Das bezeugt, dass es eine Tradition des Herstellens und Tragens dieser sehr speziellen Form gab."

Die Perlen ergänzen Sammlungen baden-württembergischer Museen mit eiszeitlichen Statuetten von Tieren und Menschen, Flöten und Schmuckgegenständen aus Höhlen im Ach- und Lonetal.

Die Unesco hatte sechs dieser Fundstätten am 9. Juli in die Liste des Weltkulturerbes aufgenommen. In ihnen wurden die bislang ältesten Werke figurativer Kunst entdeckt. Die beiden prominentesten Exponate sind die in Blaubeuren ausgestellte Frauenfigur "Venus vom Hohle Fels" und die als "Löwenmensch" bekannte mysteriöse Mischfigur aus Mensch und Tier im Museum Ulm.

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