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Armee in Peru hat Dutzende Geiseln aus der Hand einer Guerillagruppe befreit

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Baku, 29. Juli, AZERTAC

Einige der Geiseln waren ein Vierteljahrhundert in Gefangenschaft - so lange, dass sie ihre Befreier zunächst gar nicht als Befreier empfanden, sondern Angst vor ihnen hatten: In einer Militäroperation haben peruanische Streitkräfte 39 Menschen gerettet, die in der Hand einer linksgerichteten Guerillatruppe waren. Wie die örtliche Zeitung La República und unter anderem der britische Guardian berichten, wurden die Geiseln - 13 Erwachsene und 26 Kinder - vom Militär in einer dicht bewaldeten Bergregion aufgegriffen und mit Hubschraubern ausgeflogen.

Die älteste Geisel war nach Armeeangaben eine 70-jährige Frau, die vor Jahrzehnten aus einer bäuerlichen Gemeinschaft entführt wurde. Die jüngste Geisel war ein erst ein Jahr altes Kind. Die Guerillas hatten die Leute festgehalten und ab einem gewissen Alter gezwungen, in einem Produktionscamp in der Landwirtschaft zu arbeiten.

Bei der Guerillatruppe handelt es sich um die maoistische Gruppe „Sendero Luminoso" - zu deutsch: leuchtender Pfad. Die EU stuft sie als Terrororganisation ein. Die „Senderos", wie sie abgekürzt genannt werden, entstanden unter Führung des Philiosophieprofessors Abimael Guzmán Ende der Sechzigerjahre im Zuge der Studentenbewegungen und radikalisierte sich schnell.

Anfang der Achtzigerjahre gingen die Führer der Gruppe in den Untergrund und bekämpften die rechtsgerichtete Regierung. Es entwickelte sich ein jahrelanger Bürgerkrieg, in dessen Verlauf mehr als 70 000 Menschen getötet worden. 1992 gelang es dem autokratisch regierenden Präsidenten Alberto Fujimori die Rebellen niederzuschlagen.

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