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Artenvielfalt entstand in Südamerika

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Baku, den 5. April (AZERTAG). Über Millionen von Jahren blieben die Vorfahren der Kolibris eine recht kleine Artenfamilie. Wie eine Erbgutanalyse zeigt, fächerte sich der Stammbaum erst auf, als die winzigen Vögel Südamerika besiedelten. Seitdem entwickelt sich die Familie in rasantem Tempo.

Erst mit der Besiedlung Südamerikas ging es richtig los: In der bisher umfangreichsten Studie zu Kolibris hat ein nordamerikanisches Forscherteam die Entstehung und Entwicklung der winzigen Vögel rekonstruiert. Demnach entstanden die Vorfahren dieser Familie, die heute Dutzende Gattungen mit insgesamt 338 Arten umfasst, vor etwa 42 Millionen Jahren, vermutlich in Eurasien. Aber erst nachdem die kleinen Vögel vor etwa 22 Millionen Jahren Südamerika erreichten, fächerten sie sich rasant in viele Untergruppen auf, schreiben die Forscher im Fachblatt „Current Biology“.

Die Zoologen um Jimmy McGuire von der University of California in Berkeley analysierten für die Studie 284 Kolibri-Arten, unter anderem anhand ihrer genetischen Merkmale und Lebensräume. Demnach spalteten sich die Vorfahren der Kolibris (Trochilidae) vor etwa 42 Millionen Jahren vermutlich in Eurasien von den Familien der Segler (Apodidae) und Baumsegler (Hemiprocnidae) ab. Diese Ahnen gelangten wahrscheinlich über die Beringstraße nach Nordamerika und von dort vor 22 Millionen Jahren über das Meer nach Südamerika - eine Landbrücke gab es damals noch nicht.

Während ihre Vettern in Eurasien und Nordamerika wohl ausstarben, teilten sich die südamerikanischen Kolibris binnen kürzester Zeit in zahlreiche Gattungen und Arten. Das erklären die Forscher einerseits damit, dass die nektartrinkenden Vögel sich zusammen mit den ständig verändernden Blütenpflanzen in einer „diffusen Koevolution“ entwickelten - etwa in Bezug auf Blüten und Schnabelform. Die Folge: In manchen Gegenden leben heute 25 Kolibri-Arten.

Zudem boten die sich aufwölbenden Anden den Vögeln eine Vielzahl verschiedener Lebensräume. Allein in diesem Gebirgszug leben derzeit etwa 140 Kolibri-Arten. Vor zwölf Millionen Jahren kehrten Kolibris dann nach Nordamerika zurück. Inzwischen besiedeln sie den gesamten Kontinent - von Alaska bis Feuerland.

„Kolibris haben sich während ihrer gesamten Geschichte über 22 Millionen Jahre ständig neu erfunden“, sagt McGuire. Zwar zeige die Studie, dass sich die Auffächerung verlangsamt habe. Aber: „Unsere Resultate deuten stark darauf hin, dass Kolibris noch immer einem dynamischen Veränderungsprozess unterliegen und dabei vorhandene ökologische und räumliche Nischen in Nordamerika, Südamerika und der Karibik nutzen“, schreiben die Forscher. Die spektakuläre Ausbreitung dieser einzigartigen Vogellinie sei noch lange nicht abgeschlossen.

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