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Aston Martin könnte ab 2021 Antriebshersteller in Formel 1 sein

Baku, 19. Juli, AZERTAC

Selten war das Interesse von Antriebsherstellern am künftigen Reglement der Formel 1 derart groß wie jetzt. Bei der vergangenen Sitzung der "Engine Working Group" am 4. Juli in Paris saßen neben den bisher involvierten Herstellern Mercedes, Ferrari, Renault und Honda neun Interessenten am Tisch, die aktuell keine Formel-1-Antriebe liefern.

Neben Porsche, Alfa Romeo, Audi und McLaren war auch Aston Martin darunter - vertreten von Geschäftsführer Andy Palmer. "Das Interesse ist grundsätzlich vorhanden, derzeit ist es aber akademischer Natur, denn niemand weiß bislang, wie die Regeln letztlich aussehen werden", sagt Palmer im Gespräch mit "Motorsport-Total.com".

"Richtig interessant wird es für uns dann, wenn klar absehbar ist, dass die notwendigen Investitionen nicht allzu hoch werden. Es kann nicht sein, dass wir erst nach zehn Jahren überhaupt Aussicht auf Profit haben. Wir können es uns nicht leisten, erst einmal hunderte Millionen zu verpulvern."

Auf die Grunddaten des zukünftigen Antriebs hat man sich weitestgehend bereits verständigt. Es wird bei einem V6-Verbrennermotor bleiben, die Hybridelemente sollen erheblich vereinfacht werden mit dem klaren Ziel, die Kosten zu senken. "Bleiben die Investitionen im Rahmen? Werden die Kosten nicht zu hoch sein? Können wir zuversichtlich sein, dass wir ein konkurrenzfähiges Paket bauen werden? Lassen sich diese drei Fragen mit einem klaren Ja beantworten, dann haben wir vielleicht wirklich Interesse", sagt Palmer.

Zusammenarbeit bereits mit Red Bull - Aston Martin ist derzeit als Partner von Red Bull in der Formel 1 zu sehen. Gemeinsam hat man einen neuen Supersportwagen entwickelt. Der Aston Martin Valkyrie, an dessen Entwicklung Red-Bull-Stardesigner Adrian Newey mitwirkte, ist auf 175 Exemplare limitiert. 2019 sollen erste Auslieferungen erfolgen. Der Renault-Antrieb im Heck des aktuellen Red Bull RB13 ist in TAG Heuer unbenannt. Wird es mit Aston Martin ab 2021 ein ähnliches Modell geben? Sprich: Ein Ilmor- oder Cosworth-Motor mit Schriftzug des britischen Sportwagenherstellers im Heck des Formel-1-Boliden?

"Denkbar ist so etwas", meint Andy Palmer. "Die Frage ist, ob das wirklich sinnvoll ist. Eigentlich wollen wir nicht einfach unser Logo von der Seite des Auto herunternehmen und es dann auf den Ventildeckel des Motors draufkleben. Interessant ist es nur, wenn wir involviert sind - also unsere Ingenieure an der Entwicklung teilhaben und wir am Ende etwas für den Bau von Straßenautos herausziehen können. Man darf nicht vergessen: Unser Kerngeschäft ist der Bau und Verkauf von Straßenfahrzeugen."

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