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Aus dem Unglückskraftwerk Fukushima sickert unkontrolliert verseuchtes Wasser in den Pazifik

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Baku, den 7. August (AZERTAG). Japans Regierung hat Unterstützung für den AKW-Betreiber Tepco angekündigt. Aus der Atomruine Fukushima sickert unkontrolliert verseuchtes Wasser in den Pazifik.

Die japanische Regierung geht davon aus, dass bereits seit zwei Jahren radioaktiv verseuchtes Wasser aus dem Unglückskraftwerk Fukushima in den Pazifik fließt. Ein Vertreter des Industrieministeriums sagte, derzeit sickerten schätzungsweise 300 Tonnen belastetes Wasser pro Tag aus der zerstörten Atomanlage in den Ozean.

Im Atomkraftwerk Fukushima, das gut 200 Kilometer nördlich von Tokio steht, hatte es im März 2011 nach einem Tsunami eine Kernschmelze gegeben, weil die Kühlsysteme der Anlage versagten. Nach Erkenntnissen der japanischen Atombehörde steigt das hoch radioaktiv verseuchte Grundwasser inzwischen an und sickert auch in den Stillen Ozean. Die Atomaufsicht kritisierte deswegen den Energiekonzern Tokyo Electric Power (Tepco) scharf.

Nun will die Regierung den Betreiber Tepco im Kampf gegen das atomar verseuchte Wasser unterstützen. Das Land müsse Tepco seine Hilfe anbieten, sagte ein Regierungssprecher in Tokio. Ministerpräsident Shinzo Abe werde dafür Sofortmaßnahmen anordnen. Die Regierung erwäge, um die Atomruine für mehrere Milliarden Euro Abschottung zu errichten, sagte Abe.

Zugleich teilte eine Regierungsbehörde mit, dass die ersten modernisierten Reaktoren wieder ans Netz gehen könnten. Nach Überprüfung und Aufrüstung gemäß den neuen Sicherheitsstandards sei mit einem Wiederanfahren der Kraftwerke im Juli 2014 zu rechnen, teilte das Institut für Energiewirtschaft mit. Allerdings würden bis zum Frühjahr 2015 wohl nur vier der insgesamt 50 AKW-Blöcke wieder Strom produzieren.

Damit bleibt Japan auf lange Zeit weiter vom Import von Kohle und Gas abhängig, um den Strombedarf zu decken. Derzeit laufen zwei Reaktoren, die aber im September zur Modernisierung abgeschaltet werden, sodass Japan dann bis Juli ohne Atomstrom auskommen muss.

Vor dem Unglück in Fukushima im März 2011 hatte das Land ein Drittel seiner Elektrizität aus Atomkraft erzeugt. Nachdem zunächst ein völliger Verzicht auf die Technik erwogen wurde, hat sich die neue Regierung zur Weiternutzung entschieden.

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