WELT


Australien will in Millionenhöhe einen Rechtsstreit mit Hunderten Asylbewerbern beilegen

Tokio 14. Juni, AZERTAC

Asylbewerber in einem Zwangslager der australischen Behörden in Papua Neuguinea sollen eine Rekordentschädigung erhalten. Ein Vergleich sieht vor, dass die australische Regierung sowie Sicherheitsunternehmen 70 Millionen australische Dollar (rund 47 Millionen Euro) an die Betroffenen zahlen. Der Betrag soll unter 1900 Asylbewerbern aufgeteilt werden, die seit 2012 auf der Insel Manus festgehalten wurden. Zudem übernimmt der Staat nach Angaben beider Seiten Gerichtskosten von umgerechnet mehr als 13,5 Millionen Euro.

Hintergrund war eine Sammelklage, bei der Entschädigungen für mutmaßliche Leiden gefordert wurden. Flüchtlingsanwälte und Mediziner hatten die Bedingungen in dem Flüchtlingslager auf Manus sowie einem weiteren auf der Insel Nauru wiederholt angeprangert.

Es gab Berichte über Missbrauch, Selbstverletzungen sowie schwere Traumatisierungen. Das oberste Gericht von Papua-Neuguinea hatte 2016 geurteilt, dass die jahrelange Festsetzung der Flüchtlinge gegen die Verfassung des Inselstaats verstößt.

Durch den Vergleich hat die australische Regierung eine Niederlage vor Gericht abgewendet. Anwälte sprachen vom größten jemals getroffenen Vergleich zu einer Menschenrechtsklage in der Geschichte Australiens.

Der Rechtsstreit zieht sich bereits seit Dezember 2014 hin. Dem Vergleich muss der Oberste Gerichtshof des australischen Bundesstaates Victoria noch zustimmen.

© Jede Verwendung von Materialien muss durch den Hyperlink kenntlich gemacht werden
Wenn Sie einen Fehler im Text haben, markieren Sie ihn, drücken Sie auf Taste ctrl + enter und senden ihn uns

KONTAKT MIT DEM AUTOR

Füllen Sie die erforderlichen Stellen mit Zeichen* aus

Bitte geben Sie die Buchstaben wie oben gezeigt ein.
Egal, ob die Buchstaben groß oder klein sind