WIRTSCHAFT


BP meldet großen Ölfund

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Baku, den 18. Dezember (AZERTAG). Die Ölsucher von BP sind fündig geworden - in der Nähe einer bekannten Lagerstätte im Golf von Mexiko. Weitere Bohrungen sollen klären, wie viel Öl zu erwarten ist. Die juristische Aufarbeitung der „Deepwater Horizon“-Katastrophe beschäftigt derweil noch immer die Gerichte.

Zwei größere Meldungen zum Ölriesen BP laufen in diesen Stunden über die Nachrichtenagenturen. Da ist zum einen die Berichterstattung über den Prozess gegen Kurt Mix, einen Mitarbeiter der Firma, der Ermittlungen nach dem Untergang der Ölplattform „Deepwater Horizon“ behindert haben soll. Bei dem Unglück im April 2010 waren elf Arbeiter gestorben. Außerdem wurden die Ökosysteme im Golf von Mexiko durch Millionen Liter von Öl verschmutzt.

Und da ist zum anderen die Jubelmeldung, die von der BP-Zentrale am Mittwochmorgen gestreut wird. Demnach sind die Ölsucher des Unternehmens im Golf von Mexiko wieder einmal fündig geworden. Konkret geht es um ein Vorkommen im sogenannten Gila-Feld, das mit einer Probebohrung untersucht worden war. BP besitzt die Rechte gemeinsam mit dem Ölkonzern ConocoPhillips.

Der Bereich liegt rund 480 Kilometer südwestlich von New Orleans in rund 1500 Metern Wassertiefe. Insgesamt hatte die Probebohrung eine Tiefe von 8900 Metern erreicht. Weitere Bohrungen sollen nun zeigen, wie viel Öl im Detail zu finden sein könnte. Denn klar ist bisher nur, dass es ein Vorkommen gibt. Wie groß es ist, das muss sich noch zeigen.

Der zuständige BP-Regionalmanager Richard Morrison erklärte, die Entdeckung sei ein Beleg dafür, dass „wieder Bewegung“ in das Bohrgeschäft seiner Firma im Golf von Mexiko komme. In ähnlichen geologischen Schichten aus dem Paläogen, das vor rund 66 Millionen Jahren begann und vor 23 Millionen Jahren endete, hat BP in den vergangenen Jahren zwei größere Funde melden können: das Kaskida-Feld im Jahr 2006 und das Tiber-Feld im Jahr 2009.

Suche im Keathley Canyon - Das Tiber-Feld liegt nur rund 40 Kilometer von dem neuen Fundort entfernt - und muss selbst noch durch weitere Bohrungen untersucht werden. Die Lagerstätten befinden sich allesamt im Bereich des Keathley Canyons. Das ist ein Unterwassertal im Golf von Mexiko. Dort hat zum Beispiel auch ExxonMobil im Jahr 2011 einen größeren Ölfund gemeldet. Zahlreiche weitere Unternehmen suchen noch.

Neben juristischen Herausforderungen müssen sie dabei auch mit einer veränderten Marktlage klarkommen: Der Boom von vergleichsweise billig herzustellendem Schiefergas und -öl auf dem US-Festland hat die Wirtschaftlichkeitsrechungen für milliardenteure Offshore-Projekte vor der Küste durcheinandergewirbelt. Gleichzeitig sind solche Vorkommen eine Versicherung der Konzernen gegen die Unwägbarkeiten der Zukunft.

Eigentlich hatte BP bereits in den vergangenen Jahren ein ambitioniertes Bohrprogramm für die Region geplant. Doch nach der „Deepwater Horizon“-Katastrophe hatte die US-Regierung zwischenzeitlich einen Bohrstopp verhängt.

Der Untergang der Bohrinsel und die anschließenden - zunächst erfolglosen - Reparaturmaßnahmen werden derzeit juristisch aufgearbeitet. In diesem Zusammenhang stehen vier aktuelle oder ehemalige BP-Mitarbeiter vor Gericht. Einer von ihnen ist der Kurt Mix, über dessen Urteil sich die Richter eines Bezirksgerichts derzeit nicht einigen können.

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