WIRTSCHAFT


Bankenkrise erreicht niederländischen Finanzkonzern ING

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Baku, 3. Oktober, AZERTAC

Die Bankenkrise erreicht den niederländischen Finanzkonzern ING. Die Muttergesellschaft ING-Diba-Direktbank will Tausende Stellen kappen - vor allem in den Niederlanden in Belgien.

Niedrigzinsen und hohe Kosten veranlassen die ING zu einem radikalen Schritt. Der größte niederländische Finanzdienstleister streicht 7000 Stellen und richtet sein Geschäft verstärkt nach dem Vorbild der deutschen Direktbank-Tochter ING DiBa aus. Mit dem Jobabbau vor allem in Belgien und den Niederlanden werde die Belegschaft um knapp zwölf Prozent schrumpfen, teilte das Institut mit.

Es ist der größte Stellenabbau bei der Bank seit der staatlichen Rettung vor sieben Jahren. Der Konzern will damit bis 2021 jährlich rund 900 Millionen Euro einsparen. Der Umbau solle auch die Verlagerung des Kundengeschäfts ins Internet vorantreiben, hieß es weiter. Dafür seien Investitionen von 800 Millionen Euro geplant.

"Solche Programme und Vorhaben müssen aus einer Position der Stärke heraus angegangen werden", sagte Bankchef Ralph Hamers in einer Telefonkonferenz. Die Geschäftsergebnisse und das Wachstum entwickelten sich gut. Umbauten seien deshalb jetzt sinnvoll, nicht erst, wenn es keine andere Wahl mehr gebe.

Die stärksten Einschnitte soll es in Belgien geben, wo 3500 Stellen wegfallen sollen. In den Niederlanden werden weitere 2300 Jobs gestrichen. Kosten für Abfindungen führen im nächsten Quartal zu einer Sonderlast von einer Milliarde Euro. ING beschäftigt rund 52.000 Mitarbeiter, so dass die 7000 Stellen rechnerisch ein Minus von fast 13,5 Prozent ausmachen. Fast 1000 Arbeitsplätze fallen allerdings bei angeschlossenen Dienstleistern weg.

Ihre Investitionen in die Digitalisierung planen die Niederländer in Österreich, Tschechien, Spanien, Italien und Frankreich. Dort will der ING-Konzern heimischen Platzhirschen vor allem mit Online-Banking Marktanteile abnehmen - so wie es dem Konzern mit seinem reinen Internetgeschäft hierzulande gelungen ist, der Deutschen Bank Kunden abzujagen. Bankchef Hamers erklärte, das Internetgeschäft starte inzwischen nicht nur in Nordeuropa, sondern überall durch. Online-Riesen wie Google und Facebook hätten die Erwartungen an das virtuelle Bankgeschäft in sämtlichen ING-Märkten erhöht.

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