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Baufirmen zerstören 5000 Jahre alte Pyramide

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Baku, den 6. Juli (AZERTAG). Ein Schatz für Archäologen wurde dem Erdboden gleichgemacht. Im Norden Limas haben Bagger eine mehrere Jahrtausende alte Pyramide zerstört. Gegen zwei Immobilienfirmen wurde bereits Strafanzeige gestellt.

Eine rund 5000 Jahre alte Pyramide ist in Peru durch Bagger von Immobilienunternehmen zerstört worden. Das Kulturministerium hat Strafanzeige gegen zwei Baufirmen gestellt, die für die Zerstörung der sechs Meter hohen Pyramide der Stätte „El Paraíso“ im Norden Limas verantwortlich gemacht werden.

Nach dem Vorfall vom vergangenen Wochenende wurden zehn Polizisten zur ständigen Bewachung des Fundorts beordert, erklärte Vizekulturminister Rafael Varón laut Angaben der Zeitung „El Peruano“.

„Es wurden irreparable Schäden verursacht“, erklärte der Chefarchäologe von „El Paraíso“, Marco Guillén, dem Fernsehsender Canal N. „Wir werden nicht mehr feststellen können, was für Materialien sich in der Pyramide befanden und wie sich die Gesellschaft zur Zeit des Baus verhielt.“

Jüngste Entdeckung: „Tempel des Feuers“ - Der präinkaische Komplex von „El Paraíso“ wurde erstmals von dem Schweizer Archäologen Fréderic Engel in den sechziger Jahren studiert. Die auf 64 Hektar angelegte Fundstätte gehört der späten vorkeramischen Kultur der peruanischen Küste an. Sie wird als älteste Stätte der Übergangsphase zur Landwirtschaft in der Region angesehen. In den vor 2012 begonnenen Restaurierungsarbeiten wurden bislang zwölf Pyramiden entdeckt.

Noch im Februar hatten peruanische Archäologen in der Ausgrabungsstätte die Überreste eines Raumes entdeckt, dessen Zentrum eine zeremonielle Feuerstelle füllte. Ihren Fund bezeichneten die Forscher deshalb als „Tempel des Feuers“.

Knapp sieben mal acht Meter maß dieser Raum. Der Zugang war so eng, dass nur eine Person hindurchpasste. Die Forscher gehen davon aus, dass die zentrale Feuerstelle zur Verbrennung von Opfergaben diente. „Über den Rauch konnten die Priester mit den Göttern in Kontakt treten“, erläuterte der Leiter des erfolgreichen Grabungsteams, Marco Guillen.

 

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