WELT


Behandlungstipps gegen Mückenstiche

A+ A

Baku, 4. August, AZERTAC

Es surrt, es piekst - und der Rest ist eine wahre Plage: jucken, kratzen, weiter kratzen. Spucke ist der Klassiker unter den Behandlungstipps gegen Mückenstiche. Was taugen die gängigen Hausmittel?

Einfach nicht weiter drüber nachdenken. Bei einem Mückenstich ist Ablenkung oft die effektivste und einfachste Methode, den Juckreiz loszuwerden. Allerdings gelingt das meist nur für eine Weile. Eine unachtsame Berührung und schon juckt es wieder.

Hausmittel gibt es viele: Manche empfehlen Spucke, andere raten zu Kühlpacks, wieder andere schwören darauf, eine Tasse voll heißem Wasser auf den Stich zu halten. Die Erfahrung zeigt: Alles hilft irgendwie ein bisschen, aber nichts so richtig effektiv. Wie also behandelt man einen Mückenstich am besten?

Zuerst die schlechte Nachricht: Die eine perfekte Behandlung gibt es nicht. Die gute hinterher: Man kann trotzdem etwas tun.

Bei einem Mückenstich geben Stechmücken Speichel in die oberen Hautschichten ab. Nur die Weibchen ernähren sich von Blut, da sie es für die Entwicklung ihrer Eier und damit für die Fortpflanzung brauchen. Im Mückenspeichel enthaltene Proteine verhindern, dass menschliches Blut gerinnt und erleichtern den Tieren das Blutsaugen.

Was den Insekten nutzt, ruft allerdings die menschliche Immunabwehr auf den Plan. Eine klassische Abwehrreaktion, obwohl es dann schon zu spät ist. Klebepampe gegen Juckreiz - Zur Abwehr der Fremdstoffe schütten Immunzellen den Botenstoff Histamin aus, dieser reizt die umliegenden Nervenzellen, die ein Jucksignal ans Hirn senden. Außerdem provoziert Histamin eine Entzündung, wodurch Fremdstoffe abgebaut und Zelltrümmer entfernt werden - der Stich schwillt an.

Spucke kann den Juckreiz zumindest kurzzeitig lindern, wenn die Flüssigkeit auf der Haut verdunstet, mehr aber nicht. Spucke bringt nichts, außer, dass sie kühlt. Lauwarmes Wasser habe denselben Effekt, sagen Dermatologen.

Besser betäuben lässt sich der Stich mit einem Kühlpack - wie immer bei Gefrorenem mit einem Tuch umwickelt, weil sonst Erfrierungen drohen. Manche Menschen schwören auch auf Honig oder aufgeschnittene Zwiebeln gegen Mückenstiche. Tatsachlich haben beide Lebensmittel eine leicht antibakterielle Wirkung.

Ob die Hausmittel dem Mückengift unter der Haut zu Leibe rücken, ist allerdings fraglich und wissenschaftlich nicht belegt. Immerhin: Die Behandlung kann vorübergehend vom Kratzen abhalten - und verschlossen heilt der Stich in der Regel am schnellsten.

Sauna fürs Mückengift - Wer auf das Mückengift abzielt, sollte dagegen auf Hitze setzen, so der Hausmittel-Rat. Die Idee dahinter ist, dass die Proteine im Mückenspeichel ab einer Temperatur von mehr als etwa 45 Grad Celsius zerfallen.

Firmen haben kleine Gerätschaften entwickelt, mit denen sich ein Stich punktgenau erhitzen lässt. Günstiger ist eine mit heißem Wasser gefüllte Tasse, ein in heißem Wasser getränkter Wattebausch oder erwärmtes Metall, etwa ein Messer oder ein Löffel. Aber Vorsicht: Es besteht Verbrennungsgefahr.

Erhitzen könnte was bringen. Das ist aber bisher nicht ausreichend untersucht. Zwar hält der Hautarzt es für unwahrscheinlich, dass das Mückengift durch Wärme zerstört wird. Die Hitze könnte aber helfen, die Wirkung der juckreizauslösenden Stoffe zu mindern, die nach dem Stich vom Körper ausgeschüttet werden.

Denkbar sei auch, dass Hitze, ähnlich wie Kälte, die Hautnerven daran hindert, ein Jucksignal ans Gehirn zu leiten.

Wenn das Jucken gar nicht auszuhalten ist oder eine allergische Reaktion droht, können Antihistaminika aus der Apotheke Abhilfe schaffen. Breitet sich die Rötung stark aus oder entstehen Fieber und Schüttelfrost, sollte man vorsichtshalber zum Arzt gehen. Das gilt besonders, wenn man zuvor in den Tropen war, so Experten.

© Jede Verwendung von Materialien muss durch den Hyperlink kenntlich gemacht werden

KONTAKT MIT DEM AUTOR

Füllen Sie die erforderlichen Stellen mit Zeichen* aus

Bitte geben Sie die Buchstaben wie oben gezeigt ein.
Egal, ob die Buchstaben groß oder klein sind