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Booth befürchtet, dass Formel 1 wieder langweiliger wird

Baku, 1. April, AZERTAC

Die Formel 1 hat beim Saisonauftakt in Australien die Aufgabe der neuen Fahrzzeuggeneration gut umgesetzt. Mit den breiteren Boliden und schnelleren Rundenzeiten bot der erste Saisonlauf spektakuläre Bilder und ein Gefühl für die Geschwindigkeit - auch wenn wie erwartet die großen Überholmanöver aus blieben. Ein ehemaliger Teamchef fürchtet aber nun, dass in Zukunft auch die positiven Seiten des neuen Reglements in den Hintergrund rücken könnten.

Denn: Der Parkkurs von Melbourne gilt ohnehin als eines der Schmuckstücke im Formel-1-Kalender, auf dem die Piloten noch nah an die Mauer heranfahren, was zu spektakulären Bildern führt. "Aber warten wir mal ab, wie die Fahrzeuge in China oder Bahrain wirken, wo die Strecke unendlich viel breiter ist. Nächste Woche kann das alles schon wieder anders aussehen", fürchtet John Booth gegenüber "Motorsport-Total.com".

Booth war in der Vergangenheit Teamchef des mittlerweile insolventen Rennstalls Manor und ist derzeit als Sportdirektor beim Toro-Rosso-Team angestellt, wo er natürlich auch den Saisonauftakt 2017 intensiv verfolgt hat. "Die Autos sehen toll aus, wirklich wunderbar. Ich bin aber nicht sicher, ob das dem Rennsport wirklich helfen wird. Bezüglich Überholen sieht es nicht gut aus, aber die Autos sind dabei wenigstens schön", sagt er.

Die Kritik ist dabei nicht neu. Schon in der Vergangenheit wurde die Formel 1 für die Kamerapositionen auf Kursen mit viel Asphaltauslauf kritisiert. Vor allem die 1,3 Kilometer lange Gerade in China war dabei ein Dorn im Auge, weil die Kameras meist von vorne die komplette Gerade einsehen, wodurch die Boliden auf der riesigen Anlage verloren und langsam wirken, weil die Geschwindigkeit nicht rüberkommt.

Booth gespannt auf die Entwicklung - Hoffnung wurde dabei auch in den neuen Eigentümer Liberty Media gesetzt, die mit neuen Perspektiven dafür sorgen könnten, dass die Königsklasse wieder schnell und ungeheuerlich wirkt.

Und während die Bilder aus Schanghai vielleicht nicht so spektakulär wie im Albert Park werden könnten, könnte dort das Überholproblem anders aussehen, weil Manöver in den Vorjahren mit DRS auf der Geraden fast inflationär passierten.

Booth ist gespannt darauf, wie sich die Formel 1 auf den nächsten Kursen präsentieren wird: "Natürlich war erst ein Rennen und man muss etwas abwarten, um abschließend zu urteilen", sagt er, "aber ich bin dennoch nicht ganz sicher, ob die neuen Autos wirklich nachhaltig positiven Einfluss auf das Image der Formel 1 haben werden."

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