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China habe zwar kein Interesse an einem bewaffneten Konflikt

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Baku, 30. Oktober, AZERTAC

Die USA haben ihr Kriegsschiff USS "Lassen" ins Südchinesische Meer geschickt - Peking ist empört. Bei einem Gespräch der Marinechefs beider Länder warnte Wu Shengli nun, schon ein kleiner Vorfall könne zum Krieg führen.

Im Streit über die Präsenz eines Kriegsschiffs der USA im Südchinesischen Meer haben die Marinechefs beider Länder eine Videokonferenz abgehalten. Dabei warnte Admiral Wu Shengli chinesischen Angaben zufolge die USA vor weiteren "gefährlichen, provokativen Taten". Ansonsten bestehe die Gefahr, dass bereits "ein kleiner Vorfall zum Krieg führen könnte".

Er hoffe, die amerikanische Seite wisse die gute Situation zwischen der chinesischen und amerikanischen Marine zu schätzen, sagte Wu den Angaben zufolge. Sie sei nicht selbstverständlich.

Von amerikanischer Seite klang die Zusammenfassung des Gesprächs deutlich friedlicher. Der Sprecher der U.S. Navy, Tim Hawkins, bezeichnete die rund einstündige Unterredung als "professionell und produktiv". Beide Seiten hätten sich darauf verständigt, auch künftig miteinander im Gespräch zu bleiben.

Die USA hatten den Zerstörer USS "Lassen" am Dienstag durch die von China als Hoheitsgebiet beanspruchte Zwölf-Meilen-Zone um das Subi-Riff fahren lassen. Die Operation stehe im Einklang mit internationalem Recht, sagte ein Pentagon-Sprecher.

Doch mit der Aktion haben sich die Spannungen im jahrelangen Streit um die Inselgruppeverschärft. Sowohl Peking als auch Taiwan, Vietnam, Brunei, Malaysia und die Philippinen erheben Anspruch auf das Gebiet. Die Spratly-Inseln liegen an einer der wichtigsten Schiffshandelsrouten. Zudem werden dort große Vorkommen von Erdgas und Öl vermutet.

Aus Protest gegen das Marinemanöver der USA hatte Peking am Dienstag den US-Botschafter Max Baucus einbestellt und angekündigt, es werde "seine territoriale Souveränität und seine maritimen Interessen entschieden verteidigen". Auch die chinesischen Medien verurteilten die Aktion: Die nationalistische "Global Times" schrieb, China habe zwar kein Interesse an einem bewaffneten Konflikt, Washington müsse aber überzeugt werden, dass China "keine Angst hat, einen Krieg mit den USA in der Region zu führen".

Die US-Marine kündigte dagegen die Entsendung weiterer Kriegsschiffe in das umstrittene Gebiet an.

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