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China schließt Milliardendeals mit Airbus und Peugeot

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Baku, den 27. März (AZERTAG). Der chinesische Präsident Xi Jinping ist in Europa - und auf Einkaufstour. In Frankreich wurden 50 Wirtschaftsvereinbarungen über 18 Milliarden Euro besiegelt, allein von Airbus will China 70 Flugzeuge kaufen. Und nach Deutschland kommt Xi Jinping erst noch.

Am zweiten Tag des Staatsbesuchs von Chinas Staatschef Xi Jinping in Frankreich sind zwischen beiden Ländern eine ganze Reihe bedeutender Abkommen geschlossen worden. Der französische Präsident François Hollande sprach am Mittwoch in Paris von 50 Wirtschaftsvereinbarungen in einem Gesamtwert von 18 Milliarden Euro. Die beiden Staatschefs waren am Nachmittag im Elysée-Palast bei der feierlichen Unterzeichnung zahlreicher Abkommen dabei.

Unterschrieben wurde unter anderem die seit längerem geplante Rahmenvereinbarung für einen Kapitaleinstieg des chinesischen Autobauers Dongfeng beim französischen Konzern PSA Peugeot Citroën. Dongfeng wird mit 800 Millionen Euro beim kriselnden französischen Autobauer einsteigen und künftig 14 Prozent der PSA-Anteile halten. Gleichzeitig steigt der französische Staat im selben Umfang ein, um zu verhindern, dass die Chinesen die Kontrolle über das französische Traditionsunternehmen erlangen. Die Peugeot-Familie verliert dadurch die Kontrolle über den Konzern.

Darüber hinaus gab der europäische Flugzeugbauer Airbus die Bestellung von 70 Flugzeugen durch China in einem Gesamtwert von mehr als zehn Milliarden US-Dollar (umgerechnet 7,23 Milliarden Euro) bekannt. Die Bestellung umfasse 43 Mittelstrecken-Maschinen vom Typ A320 und 27 Langstrecken-Flugzeuge vom Typ A330. Airbus Helicopters wiederum schloss ein Abkommen mit dem chinesischen Unternehmen Avicopter ab. Demnach ist die gemeinsame Produktion von 1000 zivilen Hubschraubern in den nächsten Jahren vorgesehen.

Am Freitag wird Präsident Xi Jinping in Berlin sein - Neben der Lieferung von Airbus-Flugzeugen wurde beschlossen, ein Gemeinschaftsprojekt zur Montage von Flugzeugen der A320-Familie im chinesischen Tianjin um zehn Jahre zu verlängern. Die „Phase II“ von 2016 bis 2025 soll die Ausdehnung der Auslieferungen auf ganz Asien sowie ab 2017 die Endmontage von Flugzeugen der A320neo-Familie umfassen. Beide Seiten wollen zudem prüfen, ob auch ein Fertigstellungszentrum für Großraumflugzeuge in China errichtet werden könnte.

Xi hatte seinen Frankreich-Besuch am Dienstagabend in der ostfranzösischen Stadt Lyon begonnen. Zuvor hatte er an dem Atomsicherheitsgipfel im niederländischen Den Haag teilgenommen. Am Freitag wird Xi in Berlin sein. Im Anschluss an den Deutschland-Besuch reist Xi nach Brüssel weiter, wo er als erstes chinesisches Staatsoberhaupt die Institutionen der Europäischen Union besuchen will.

 

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