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Chinas Gesundheitsbehörden eine neue H7N9-Infektionswelle registriert

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Baku, den 16. Januar (AZERTAG). Der Ausbruch der Vogelgrippe H7N9 in China galt schon als eingedämmt. Doch jetzt melden die Behörden gleich eine ganze Reihe von neuen Fällen.

Chinas Gesundheitsbehörden haben eine neue Welle von Infektionen mit der Vogelgrippe H7N9 registriert. Am Donnerstag wurde das Virus bei drei weiteren Patienten nachgewiesen, wie die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua mittelte. Seit Anfang des Jahres stieg die Zahl der Neuinfektionen damit auf rund 30 Fälle. Wie die Weltgesundheitsorganisation (WHO) am Mittwoch meldete, gebe es bisher keine Anzeichen für eine anhaltende Übertragung des Virus von Mensch zu Mensch.

Behörden hatten Ende März 2013 das erste Mal berichtet, dass Menschen sich mit dem Erreger angesteckt hatten. In den Wochen danach gab es mehr als 130 Infektionen. Über 40 der Betroffenen starben - eine beunruhigend hohe Quote. Die chinesischen Behörden konnten den Ausbruch unter anderem durch die Schließung von Geflügelmärkten unter Kontrolle bringen. So wurde ein enger Kontakt zwischen Menschen und Geflügel unterbunden.

Zudem wurden in Krankenhäusern Patienten mit verdächtigen Symptomen wie Fieber, Husten, Hals- und Kopfschmerzen auf den Erreger getestet. Die Vorsichtsmaßnahmen schienen Wirkung zu zeigen. Seit Sommer registrierten Chinas Gesundheitsbehörden nur noch vereinzelt neue Infektionen. Zwar starb rund jeder dritte Patient mit H7N9, aber viele andere Infizierte konnten sich von der Krankheit erholen und wurden wieder aus den Krankenhäusern entlassen.

Diskussion über Gefährlichkeit - Während H7N9 bei Vögeln allenfalls milde Symptome hervorruft, kann es bei Menschen Atemnot und schwere Lungenentzündungen verursachen. Studien - etwa an Frettchen oder Affen - hatten darauf hingedeutet, dass sich das Virus unter Säugetieren verbreiten kann und auch über menschliche Fäkalien.

Im Dezember hatten Forscher im Fachmagazin „Science“ ebenfalls erklärt, die derzeitige Gefahr durch H7N9 sei offenbar überschätzt worden. Wissenschaftler um James Paulson und Ian Wilson vom Scripps Research Institute in La Jolla (US-Bundesstaat Kalifornien) hatten am Erregertyp SH2 die Fähigkeit des Virus erprobt, an menschliche Zellen zu binden.

Die Untersuchung zeigte, dass das Membranprotein Hämagglutinin (HA), mit dem sich das Virus an menschliche Rezeptoren anheftet, nur schwach andockt, im Gegensatz zu manchen Rezeptoren von Vögeln. Daraus hatten die Forscher gefolgert, der Erreger sei bisher kaum an den Menschen angepasst.

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