WIRTSCHAFT


Chinas Währungsreserven wachsen um 500 Milliarden Dollar

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Baku, den 16. Januar (AZERTAG). Chinas Währungsreserven haben Ende Dezember einen neuen Rekordstand erreicht. Wie die Zentralbank in Peking am Mittwoch mitteilte, hatten sie einen Wert von 3,82 Billionen Dollar - umgerechnet 2,8 Billionen Euro. Insgesamt wuchs das Guthaben in fremden Währungen damit im vergangenen Jahr um 509 Milliarden Dollar. Experten der australischen ANZ-Bank erklärten, voraussichtlich würden die Währungsreserven bis Ende 2014 die Vier-Billionen-Dollar-Marke überschreiten, wenn sich an der Geldpolitik Pekings nichts ändere. Wahrscheinlich werde der Druck steigen, den Yuan aufzuwerten.

China hortet die größten Devisenreserven der Welt, über deren genaue Zusammensetzung sich die Zentralbank allerdings ausschweigt. Die Währungsreserven haben sich seit 2005 vervierfacht und spiegeln das Ungleichgewicht des Außenhandels wider. Chinas Außenhandelsüberschuss wuchs im vergangenen Jahr um üppige 12,9 Prozent auf 259 Milliarden Dollar und damit auf den höchsten Stand seit dem Jahr 2008.

Die Erlöse aus dem Handelsüberschuss landen zum größten Teil auf den Konten der Zentralbank, weil die meisten chinesischen Firmen ihre mit dem Export erzielten Devisen dort deponieren müssen. Im Gegenzug pumpen die Währungshüter chinesische Yuan in den Markt und investieren einen Teil der Devisen in US-Staatsanleihen und Schuldtitel anderer Staaten, darunter auch Griechenland. Über den größten Staatsfonds CIC investiert China zudem in ausländische Unternehmen.

Im Inland geht die chinesische Regierung dagegen weit zurückhaltender mit Darlehen um. So sank das Kreditvolumen im Dezember um umgerechnet 17 Milliarden Euro gegenüber dem Vormonat. Der Rückgang hängt zwar mit Auflagen der Aufsichtsbehörden zusammen, die den Banken zum Jahresende höhere Bargeldreserven vorschreiben. Das schwächere Kreditgeschäft schürte dennoch Spekulationen auf einen Kapitalengpass am Geldmarkt.

Die Regulierungsbehörde hatte zuletzt angekündigt, dass sie nach gut einem Jahr des verordneten Stillstands Börsengänge wieder zulassen wolle. Derzeit haben etwa 50 Unternehmen die behördliche Genehmigung zum Sprung auf das Parkett. Mehr als 700 weitere stehen in den Startlöchern. Sollten diese ebenfalls grünes Licht bekommen, befürchten Börsianer einen verschärften Wettbewerb um die begrenzte Menge verfügbaren Kapitals.

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