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Chinesische Dissidentin Cao Shunli soll vor ihrem Tod gefoltert worden sein

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Baku, den 20. März (AZERTAG). Die chinesische Dissidentin Cao Shunli starb am 14. März in Peking. Die Todesursache: multiples Organversagen. Bis wenige Wochen vor ihrem Tod hatte das Gefängnis, in dem sie festgehalten wurde, ihr die Einlieferung in ein Krankenhaus verweigert. Dabei war sie schwer leber- und tuberkulosekrank.

Caos Anwältin erhebt noch darüber hinaus schwere Vorwürfe. Der Körper der Toten sei mit blauen Flecken übersät gewesen, sagte Wang Yu am Donnerstag in Hongkong und berief sich auf Angaben von Caos Bruder, der die Leiche der 52-Jährigen am Tag ihres Todes gesehen hatte. Demnach war "der gesamte Körper geschwollen" und sah „schrecklich“ aus.

Die Dissidentin sei gefoltert worden, als sei sie „kein Mensch“, zitierte Wang die Worte des Bruders der Toten, Cao Yunli. Wang forderte von den chinesischen Behörden eine unabhängige Untersuchung der Todesumstände ihrer Mandantin.

Cao Shunli hatte sich für die Wahrung der Menschenrechte in China eingesetzt und unter anderem für mehr Transparenz der Regierung gekämpft. Im September 2013 hinderten die Behörden sie, nach Europa zu reisen. Sie hatte vor dem Uno-Menschenrechtsrat über Missstände in China aussagen wollen. Kurz darauf wurde sie unter dem Vorwurf verhaftet, „Streit zu suchen und öffentliches Ärgernis zu provozieren“.

Uno-Generalsekretär Ban Ki Moon äußerte sich sehr besorgt über den Tod der Dissidentin. Auch die USA, die EU und Menschenrechtsgruppen hatten sich empört gezeigt.

Die Außenbeauftragte der Europäischen Union, Catherine Ashton, äußerte sich tief betroffen und würdigte das Engagement der Aktivistin. Ashton forderte China auf, "all jene freizulassen, die wegen ihrer friedlichen Meinungsäußerung festgenommen oder inhaftiert sind“.

 

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