WIRTSCHAFT


Chinesische Industrie hat im August erneut weniger produziert als im Vormonat

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Baku, 1. September, AZERTAC

Die Sorge um Chinas Wirtschaft hält an. Die Industrieproduktion ist so niedrig wie zuletzt 2009, auch der Dienstleistungssektor schwächelt. Das dürfte erneut die Börsenkurse drücken.

Die chinesische Industrie hat im August erneut weniger produziert als im Vormonat. Der Caixin/Markit-Einkaufsmanagerindex (PMI) für die Industrie ging von 47,8 im Juli auf 47,3 zurück. Das ist das niedrigste Niveau seit März 2009. Ein Wert von mehr als 50 Punkten signalisiert Wachstum, einer unter 50 bedeutet Schrumpfung. Es ist bereits der sechste Monat in Folge, in dem ein Rückgang verzeichnet wird.

Auch der Dienstleistungssektor, der zuletzt immer noch für Hoffnung gesorgt hatte, verlor an Schwung. Der entsprechende Einkaufsmanagerindex betrug 51,5 Punkte, im Juli waren es noch 53,8. Damit liegt der Wert so niedrig wie zuletzt im August 2014.

Die Zahlen nähren Sorgen um die Konjunktur der weltweit zweitgrößten Volkswirtschaft. Die Börsen in Asien gaben am Dienstag nach Bekanntgabe der Zahlen nach, in China rutschte der CSI 300 im frühen Handel zeitweise um mehr als fünf Prozent ab.

Chinas Industrie bekommt zunehmend die schwächere Nachfrage aus dem In- und Ausland zu spüren. Viele Firmen haben mit Überkapazitäten zu kämpfen und müssen die Preise senken, was wiederum ihre Gewinne schmälert. Die Beschäftigungszahlen in der Industrie gingen bereits den 22. Monat in Folge zurück.

Die Caixin-Umfragen konzentrieren sich auf kleinere und mittlere Unternehmen. Sie sind von einer Konjunkturabkühlung stärker betroffen als die großen Staatskonzerne, deren Angaben in die offiziellen Umfragen einfließen. Nach der staatlichen Erhebung, die ebenfalls am Dienstag veröffentlicht wurde, ging die Industrieproduktion im August auf 49,7 zurück, während sich der Dienstleistungssektor mit 53,4 robust zeigte.

Die Führung in Peking hat ihr Ziel für das Wirtschaftswachstum in diesem Jahr auf 7 Prozent gedrückt. 2014 lautete es noch 7,4 Prozent. Einige Experten vermuten jedoch, dass die tatsächlichen Wachstumsraten bereits jetzt deutlich niedriger sind.

Über die Lage der chinesischen Wirtschaft will Japans Finanzminister Taro Aso auch beim Treffen der Finanzminister und Notenbankchefs der 20 führenden Industrie- und Schwellenländer Ende der Woche in Ankara sprechen. Eine offene Diskussion mit seinen G20-Kollegen darüber sei nützlich, sagte Aso nach einer Kabinettssitzung in Tokio. China ist Japans größter Handelspartner.

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