WIRTSCHAFT


Chinesische Zentralbank die Finanzinstitute des Landes mit frischen Mitteln versorgen müssen

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Baku, den 20. Dezember (AZERTAG). In China wächst die Angst davor, dass einigen Banken das Geld ausgeht. Viele Institute misstrauen sich untereinander. Jetzt schaltet sich die Zentralbank ein. Sie pumpt frisches Geld in den Markt und weitet die Handelszeiten aus.

Aus Angst vor einer neuen Geldklemme hat die chinesische Zentralbank die Finanzinstitute des Landes mit frischen Mitteln versorgen müssen. Auch wurden die Handelszeiten am Interbankenmarkt verlängert, um zu vermeiden, dass Marktteilnehmer ihren Zahlungsverpflichtungen nicht mehr nachkommen können.

Die Zentralbank versicherte am Donnerstag in einer Stellungnahme, wenn nötig mit weiteren Geldspritzen die nötige Liquidität sicherstellen zu wollen. Der Markt sei gegenwärtig sehr sprunghaft.

Die Situation erinnerte an die schwere Finanzkrise Ende Juni. Auch damals waren die kurzfristigen Zinsen im Geldhandel zwischen den Banken in die Höhe geschossen. Die Everbright Bank konnte ihre Schulden damals plötzlich nicht mehr bezahlen, wie das Finanzinstitut erst vergangene Woche offiziell eingeräumt hatte.

Auch jetzt ist die Lage wieder äußerst angespannt. Die Kosten für siebentägige Kredite am Interbankenmarkt erreichten zuletzt mit 7,1 Prozent den höchsten Stand seit den dramatischen Tagen im Juni. Die Zentralbank sieht wieder saisonale Gründe für die Zuspitzung: „Zum Jahresende ist die Liquidität am Markt stark von Einnahmen und Ausgaben sowie anderen Faktoren beeinflusst.“

Die neuen Finanzspritzen sollen die Lage beruhigen. Zuvor waren am Markt Zweifel aufgekommen, ob die Zentralbank wieder einspringen würde. Die kurzfristigen Geldspritzen an Banken, die besonders knapp bei Kasse sind, laufen immer geheim ab. Nähere Informationen darüber werden erst viel später bekannt.

Nachdem Chinas Wirtschaftsboom in den vergangenen Jahren durch üppige Geldversorgung befeuert worden war, will die Regierung die Geldhäuser schon seit dem Frühjahr auf Entzug setzen. Mit Hilfe der Marktkräfte will der neue Premierminister Li Keqiang den Finanzmarkt umstrukturieren. So hatte das Zentralkomitee im November dem Markt eine „entscheidende“ und nicht mehr nur “grundlegende“ Rolle bei der Verteilung von Ressourcen eingeräumt.

 

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