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Chinesischer Tesla-Fahrer hat einen Unfall gebaut

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Baku, 11. August, AZERTAC

Ein chinesischer Tesla-Fahrer hat einen Unfall gebaut, während der Autopilot eingeschaltet war. Erneut muss sich der E-Auto-Pionier nun für seine Technologie rechtfertigen - und bekommt Gegenwind auf dem chinesischen Markt.

Der Elektroautobauer Tesla ist nach dem Unfall eines computergesteuerten Autos in China erneut in die Kritik geraten. Ein Autofahrer schilderte im Internet einen Crash, den er in Peking mit seinem Tesla Model S hatte: Demnach rammte der Mann einen anderen Wagen, der nahe der Leitplanke abgestellt war, während das "Autopilot" genannte Fahrassistenz-System aktiviert war.

In China gibt es bereits seit Längerem den Vorwurf, dass Tesla in den Verkaufsräumen der Metropolen Peking, Shanghai und Guangzhou den Autopiloten als autonomes Fahren anpreist. "Sie vermitteln bei Tesla jedem den Eindruck, es handele sich um ein selbstfahrendes Auto und nicht um ein Fahrerassistenz-System", sagte der Unfallfahrer. Vier weitere von der Nachrichtenagentur Reuters befragte Tesla-Fahrer wollen in China ähnliche Erfahrungen gemacht haben. Zu Demonstrationszwecken hätten die Verkäufer sogar die Hände vom Lenkrad genommen.

Die Firma leugnet die Vorwürfe: Bei dem Assistenz-Programm handele es sich lediglich um ein ergänzendes Feature, bei dem der Fahrer seine Hände durchgehend am Lenkrad haben müsse, um die Kontrolle und die Verantwortung über das Fahrzeug zu behalten, sagte ein Tesla-Sprecher. Der Fahrer soll laut Medienberichten zuvor selbst eingeräumt haben, die Hände während des Unfalls nicht am Steuer gehabt zu haben.

Den veröffentlichten Fotos zufolge kam es bei dem Crash nur zu einigen Kratzern und Dellen. Doch er weckte Erinnerungen an einen tödlichen Unfall mit einem Tesla, bei dem die Autopilot-Funktion eingeschaltet war. Dabei war ein Tesla unter einen Lastwagen-Anhänger gerast, der die Straße überquerte. Die US-Verkehrsaufsicht ermittelt in dem Fall, der auch Kritik ausgelöst hatte, Tesla könnte voreilig mit unausgereifter Technologie auf den Markt gegangen sein.

Tesla hat jedoch durchaus Vorkehrungen eingebaut, die Unfälle mit der der Fahrassistenz verhindern sollen: Wenn der Kontakt zum Lenkrad längere Zeit abbricht, wird der Fahrer zunächst elektronisch gewarnt. Greift er nicht zum Steuer, wird der Wagen automatisch gestoppt.

Der Unfall in Peking bedeutet für Tesla weiteren Gegenwind auf dem ohnehin schwierigen chinesischen Markt, wo es größere Vorbehalte gegen Fahrzeuge mit Batterieantrieb gibt. Für die Autopilot-Funktion müssen die Kunden in China zudem 4000 Dollar extra berappen.

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