WIRTSCHAFT


Chinesisches Wachstum

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Baku, den 16. Juli (AZERTAG). Die chinesische Wirtschaft legt im zweiten Quartal um 7,5 Prozent zu. Das ist mehr als von Experten erwartet und entspricht exakt dem Ziel fürs gesamte Jahr. Offenbar greifen die milliardenschweren Konjunkturspritzen der Regierung.

Chinas Wirtschaft ist laut offiziellen Zahlen zwischen April und Juni um 7,5 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum gewachsen. Das Plus entspricht exakt dem von der Regierung vorgegebenen Wachstumsziel für 2014, Experten hatten lediglich einen Anstieg von 7,4 Prozent erwartet. In diesem Tempo war die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt zu Jahresbeginn gewachsen.

Im Kampf gegen eine Abkühlung hatte der Staat zuletzt die Kassen geöffnet. Seine Ausgaben erhöhten sich allein im Juni im Vergleich zum Vorjahresmonat um 26,1 Prozent auf 1,65 Billionen Yuan (195 Milliarden Euro). Mit dem Geld wird beispielsweise der Ausbau des Schienennetzes beschleunigt. Mehr Mittel fließen auch in den Wohnungsbau. Gleichzeitig reichten die Banken 1,08 Billionen Yuan (128 Milliarden Euro) an neuen Krediten aus, 20 Prozent mehr als erwartet. Dadurch wuchs die Wirtschaft trotz schwächelnder Exporte und einer Abkühlung am Immobilienmarkt etwas schneller.

„Die Konjunkturerholung hängt von der Unterstützung der Regierung ab“, sagte der Analyst Chang Jian von Barclays Capital in Hongkong. „Die Regierung kann nun wählen, ob sie entweder ein langsameres Wachstum hinnimmt oder noch mehr Hilfen durchdrückt.“

Das Statistikamt bewertet die Aussichten zurückhaltend. „Wir können nicht blind optimistisch sein, denn die aktuelle Lage ist ziemlich kompliziert“, sagte Sprecher Sheng Laiyunfor. „Die traditionelle Industrie befindet sich in einer Anpassungsphase, und die kann noch einige Zeit schmerzhaft sein. Die Konjunktur hat weiter Gegenwind.“ Die Staatsführung will die Wirtschaftsstruktur verändern und nimmt dafür kurzfristig Rückschläge in Kauf - solange genügend Jobs geschaffen werden. Sie will vor allem den Konsum stärken, um unabhängiger von ausländischen Investitionen und Exporten zu werden.

Ein weiteres Anzeichen, dass die weltweit zweitgrößte Volkswirtschaft an Schwung gewinnt, gibt es in der Industrieproduktion. Sie legte im Juni um 9,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr zu. Auch das lag leicht über den Erwartungen von Analysten. Nach Einschätzung von Volkswirten könnte sich das chinesische Wachstum in den kommenden Jahren erheblich verlangsamen. 2015 dürfte das BIP demnach noch um etwa sechs Prozent und danach nur um rund fünf Prozent zulegen.

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