GESELLSCHAFT


Cholera auf Haiti

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Baku, 12. Oktober, AZERTAC

Mehr als 8500 Menschen starben 2010 nach dem schweren Erdbeben auf Haiti an der Cholera. Nach Hurrikan "Matthew" will die WHO einen erneuten Ausbruch verhindern. Es gibt bereits Berichte über erste Todesfälle.

Nach dem schweren Hurrikan "Matthew" schickt die Weltgesundheitsorganisation (WHO) eine Million Impfdosen gegen Cholera in das Katastrophengebiet. Allerdings müssten noch weitere Schritte gegen die Ausbreitung der Seuche unternommen werden, so die Organisation. "Das Wichtigste ist, die Menschen mit sauberem Trinkwasser zu versorgen und die Abwasserentsorgung zu verbessern", sagte WHO-Cholera-Experte Dominique Legros.

Das einzige Krankenhaus in der zerstörten Küstenstadt Port-Salut im Süden des Karibikstaats hatte am Sonntag einen ersten Cholera-Toten gemeldet. Auch in anderen Gebieten im Süden Haitis sollen Menschen an der Durchfallerkrankung gestorben sein. Die Nachrichtenagentur Reuters meldete am Montag "mindestens ein Dutzend Tote".

Allein im Arrondissement Jérémie im Südwesten Haitis sollen 40 Fälle registriert worden sein - dort soll es bereits acht Todesfälle gegeben haben. Die Lage ist aber unübersichtlich. Die Einsatzkräfte erreichen nur langsam besonders schwer betroffene Regionen.

Die Impfdosen der WHO reichen aus, um 500.000 Menschen lebenslang vor der Cholera zu schützen oder eine Million Menschen für ein halbes Jahr. Hilfsorganisationen und Rettungskräfte hatten zuletzt bereits vor der Choleragefahr gewarnt.

"Hochgradig kontaminiert" - "Das Wasser ist hochgradig kontaminiert, weil Latrinen zerstört und sogar ganze Friedhöfe überschwemmt wurden", sagte der Leiter von Caritas International, Oliver Müller.

Der Wirbelsturm hatte Haiti mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 230 Kilometern pro Stunde getroffen. Häuser wurden zerstört, Straßen und Felder überschwemmt. Mindestens 372 Menschen kamen in dem Hurrikan ums Leben.

"Mindestens 1,4 Millionen Menschen brauchen Hilfe", sagte Uno-Generalsekretär Ban Ki-Moon. "Einige Städte und Dörfer sind fast von der Landkarte gefegt worden. Felder und Essensreserven wurden zerstört. Mindestens 300 Schulen wurden beschädigt."

Die Durchfallerkrankung Cholera wird vor allem durch verschmutztes Trinkwasser ausgelöst, in dem sich das Bakterium Vibrio cholerae vermehren konnte. Dieser Krankheitserreger befällt den Dünndarm und verursacht starke Durchfälle sowie eine Austrocknung des Körpers.

Zwar verlaufen rund 80 Prozent der Infektionen milde, aber die Menschen im armen Haiti sind nach dem Wirbelsturm körperlich häufig geschwächt und damit besonders anfällig. In schweren Fällen kann der Flüssigkeitsverlust zum Kreislaufkollaps und bis zum Tod führen.

Bei einer Cholera-Epidemie nach dem schweren Erdbeben 2010 waren mehr als 8500 Menschen auf Haiti an der Seuche gestorben. Wahrscheinlich hatten nepalesische UN-Blauhelmsoldaten die Krankheit nach Haiti eingeschleppt.

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