WIRTSCHAFT


Das iPhone rettet Apples Bilanz – gerade noch

A+ A

Baku, den 24. Juli (AZERTAG). Apple überrascht mit Quartalszahlen, die nicht so schlecht sind wie befürchtet. Doch so langsam muss sich Konzernchef Tim Cook etwas einfallen lassen. Selbst das iPad bereitet mittlerweile Sorgen.

Mit seinen jüngsten Quartalszahlen übertrifft der Elektronikkonzern Apple sowohl die Prognosen der Investoren als auch das Vorjahresquartal: 35,8 Milliarden Dollar nahm Apple zwischen April und Juni ein, ein Prozent mehr als im Vorjahresquartal.

Apple-Finanzchef Peter Oppenheimer muss aber gleichzeitig den Rückgang des Nettogewinns um 20 Prozent auf 6,9 Milliarden Dollar bekannt geben – hier hatten die Analysten vorab Schlimmeres erwartet, die Apple-Aktie konnte im nachbörslichen Handel deutlich zulegen.

Das Quartalsergebnis verdankt Apple-Chef Tim Cook einmal mehr dem Erfolg des iPhone: 31 Millionen Stück davon verkauften die Kalifornier zwischen April und Juni, damit übertrafen sie die Prognosen deutlich. „Wir sind besonders stolz auf unsere Rekordverkäufe des iPhone sowie auf das starke Wachstum im Bereich iTunes und Software“, kommentierte Cook. Dank seines erfolgreichen App-Stores nahm Apple in dieser Sparte vier Milliarden Dollar ein – 800 Millionen Dollar mehr als im Vorjahr.

Margen von 50 Prozent gehören der Vergangenheit an - Doch mit diesem Erfolg kann Cook nicht über die größte Sorge seiner Investoren hinwegtäuschen: Der Gewinneinbruch resultiert vor allem aus einem deutlichen Margenverfall bei den Elektronikgeräten. Apple sieht sich nicht länger in der Lage dazu, wie im Vorjahr Margen von knapp 50 Prozent im Markt durchzusetzen.

Die Gewinnmarge beträgt mittlerweile 36,9 Prozent, liegt immer noch deutlich über dem Schnitt von unter 25 Prozent der asiatischen Konkurrenten. Doch insbesondere im Tablet-Markt sind die Kunden nicht länger bereit, Apples Premiumpreise zu bezahlen: Die Zahl der verkauften iPads ging um 14 Prozent auf 14,6 Millionen Stück zurück, schlimmer noch: Viele dieser Geräte sind kleine iPad Minis, bei denen Apple pro Stück laut der Analysten von IHS iSupply nur einen Gewinn von 131 Dollar pro Stück einstreicht – beim großen iPad sind es dagegen mindestens 271 Dollar.

Trotz des Margeneinbruchs konnte Apple seine Barreserven weiter ausbauen. Der Konzern sitzt mittlerweile auf 146,6 Milliarden Dollar und will Mitte August nur einen geringen Teil davon in Form einer Dividende von 3,05 Dollar pro Aktie unter seinen Aktionären verteilen.

Der Erfolgsdruck ist hoch - Um seine Marge zumindest in die Nähe der alten Rekordwerte zurückzurücken, muss Apple-Chef Tim Cook nun neue konkurrenzlose Produkte vorstellen. Doch wie erwartet, fielen seine Ankündigungen in der Analystenkonferenz eher sparsam aus: „Wir arbeiten hart an einigen unglaublichen neuen Produkten, die wir diesen Herbst und 2014 vorstellen werden“, sagte er. „Wir haben jede Menge Gelegenheiten für weiteres Wachstum.“

Nur einen neuen Schlüsselmarkt erwähnte Cook direkt. Er betonte, es sei strategisch wichtig, Apples Mobilbetriebssystem iOS nun auch in Autos zu verbreiten: „Etwas zum Auto beizutragen ist sehr, sehr wichtig, da die Leute ihre Autos lieben.“

Apple arbeitet aktuell mit mehreren Herstellern daran, Mobilgeräte mit dem neuen Betriebssystem iOS 7 direkt in die Fahrzeugelektronik zu integrieren. Multimedia- und Navigationssysteme im Auto würden dann etwa vom iPhone kontrolliert und könnten dann die Apple-Bedienoberfläche übernehmen und via der Apple-Sprachsteuerung Siri kontrolliert werden. Finanzchef Peter Oppenheimer ergänzte: „Wir erwarten einen sehr betriebsamen Herbst.“

© Jede Verwendung von Materialien muss durch den Hyperlink kenntlich gemacht werden

KONTAKT MIT DEM AUTOR

Füllen Sie die erforderlichen Stellen mit Zeichen* aus

Bitte geben Sie die Buchstaben wie oben gezeigt ein.
Egal, ob die Buchstaben groß oder klein sind