WELT


Debatte von Hillary Clinton und Donald Trump

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Washington, 10. Oktober, AZERTAC 

90 Minuten Debatte - und wer hat überzeugt? Zahlreiche US-Medien gestehen Trump zwar zu, sich verbessert zu haben. Doch gegen Clinton habe er keine Chance gehabt. Sie gilt allerdings nicht als einzige Gewinnerin.

Anderthalb Stunden lang haben sich Hillary Clinton und Donald Trump gestritten, es ging beim "Town Hall Meeting" um ihre E-Mail-Affäre, um sein Skandalvideo, um Pläne für Steuern und Einwanderung. Es war durchgängig ein heftiger Schlagabtausch, erst ganz zum Schluss wurde es für einen kurzen Moment versöhnlicher: Da wurden beide gefragt, was sie am anderen respektieren. Anschließend gab es sogar einen Handschlag.

Für CNN steht fest: "Clinton hat die Debatte gewonnen." Laut einer Blitzumfrage des US-Senders kam sie auf 57 Prozent, Trump auf 34 Prozent. Die Demokratin schnitt damit fünf Prozentpunkte schlechter ab als in der ersten Debatte. Trump habe zwar verloren, insgesamt die Erwartungen aber übertroffen, heißt es von CNN.

Vox.com sah in der Debatte ein "kontinuierliches Desaster für Trump", er sei definitiv der Verlierer gewesen. Neben Clinton werden aber noch weitere Gewinner angeführt. Zum Beispiel die Moderatoren Anderson Cooper und Martha Raddatz: Sie hätten konsequent nachgefragt und sich auch durch Trumps Anschuldigungen, sie würden ihn unfair behandeln, nicht aus dem Konzept bringen lassen.

Bei der "Washington Post" wurde Clinton zur Siegerin gekürt. Allerdings nicht, weil sie selbst besonders überzeugend gewesen wäre. Sondern weil sie "beständig, kenntnisreich und nett" gewesen sei - und Trump habe reden lassen, "was immer sein Verderben ist". Er wird von der Zeitung als Verlierer aufgelistet. Er sei zwar "sehr viel stabiler und aktiver" gewesen als bei der vergangenen TV-Debatte. Er habe mit seinem Auftreten aber ausschließlich an die Wähler appelliert, die er ohnehin schon für sich gewonnen habe.

Außerdem kritisiert die "Washington Post" den "Trump Walk": Der Kandidat war während Clintons Redebeiträgen stets auf der Bühne herumgelaufen. "Verwirrend und Bauchschmerzen bereitend unangenehm", urteilt die Zeitung. Sie nennt Moderatorin Raddatz als weitere Gewinnerin: Sie sei energisch und fair gewesen.

"Politico" schreibt insgesamt von der "hässlichsten Debatte in der Geschichte Amerikas". Fast ununterbrochen hätten sich die Kandidaten beschimpft, um Politisches sei es nur am Rande gegangen.

Ähnlich analysiert es auch die "New York Times": Es habe sich um eine 90-minütiges Spektakel gehandelt, eine "feindliche Debatte", in der die Kandidaten einander persönlich angegriffen hätten. Trump sei zu Beginn angespannt gewesen und dann zunehmend wütend geworden.

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