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Der G7-Gipfelort Ise-Shima

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Baku, 25. Mai, AZERTAC

Der Ort des diesjährigen Gipfeltreffens der sieben großen Industrienationen (G7) ist Ise-Shima in Japan. Japans Ministerpräsident Shinzo Abe heißt Bundeskanzlerin Angela Merkel und ihre Kollegen in Ise-Shima willkommen, wo seit mehr als einem Jahrtausend im Ise-jingu, dem heiligsten aller Schreine der Ur-Religion Shinto, die Sonnengöttin Amaterasu-omikami verehrt wird. Sie ist Japans Schutzgottheit, von der die Kaiser (Tenno) ihre Abstammung herleiten.

Der Gipfel selbst wird wenige Kilometer entfernt in einem fast ganz von Wasser umgebenen Resorthotel in der Präfektur Mie stattfinden. Doch der nahe Ise-Schrein gilt als der eigentliche Grund, warum sich Abe für Ise-Shima als Gipfelort entschied. Hier könnten die Besucher am besten mit “Japans Seele“ in Berührung kommen. Zwar betont die Regierung, es gehe darum, Japans Naturschönheiten, Kultur und Tradition zu zeigen. Schließlich schreibt die Verfassung die klare Trennung von Staat und Religion vor. Doch ist jedem Japan-Beobachter klar, dass der Schrein prima in Abes nationalistische Agenda passt.

Am Donnerstag werden die Staats- und Regierungschefs den Schrein zum Auftakt des Gipfels besuchen. Der Innere (Naiku) der Anlage ist dabei das Sanktuarium der Sonnengöttin. Hier wird eines der drei Throninsignien, ein Spiegel, aufbewahrt. Man erreicht den wohl bedeutendsten der Ise-Schreine über die Uji-Brücke am Isuzu-Fluss. Seit dem 7. Jahrhundert wird das Holzhaus alle 20 Jahre auf einer mit Kieselsteinen bedeckten Fläche neben dem Heiligtum in Originalform wieder aufgebaut und die alten Gebäude abgetragen - zuletzt 2013.

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