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Der Schwanz als fünftes Bein

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Baku, den 3. Juli (AZERTAG). Stütze, Kraftlieferant und Vortriebsgeber. Der Schwanz ist für Kängurus beim Gehen eine entscheidende Stütze - manchmal lastet fast das ganze Gewicht auf ihm.

Sind die Vorderbeine zu kurz, ist vierbeiniger Gang ein schweres Unterfangen - auch bei Kängurus. Sie behelfen sich daher beim Gehen mit einer fünften Beinstütze, ihrem Schwanz. Er ermöglicht ihnen einen einzigartigen fünfbeinigen Gang, berichten Forscher in den „Biology Letters“ der britischen Royal Society. Demnach übt der Schwanz bei der Vorwärtsbewegung sogar so viel Kraft aus wie alle Beine der Tiere zusammen.

Ihr kräftiger Schwanz sorgt bei den australischen Beuteltieren nicht nur für Balance und Schwung beim Hüpfen - bei langsamer Fortbewegung dient er zudem als vollwertiges Bein.

Die Forscher um Maxwell Donelan von der Simon Fraser University im kanadischen Burnaby hatten fünf Rote Riesenkängurus der Art Macropus rufus wiederholt über eine Fläche laufen lassen, die die auf den Boden ausgeübten Kräfte registrierte. Dabei verhinderte eine niedrige Decke, dass die Tiere hüpften. Videoaufnahmen zeigten, dass die Tiere sich so bewegten, wie sie es im Freien die meiste Zeit über beim Grasen tun.

Läufe paarweise bewegen - Der Schwanz ist beim langsamen Gehen für die Tiere nicht nur eine wichtige Stütze, sondern liefert als eine Art fünftes Bein Vortrieb und Kraft, fanden die Forscher heraus. Unverzichtbar sei er in der Phase, in der die Hinterbeine gemeinsam abgehoben werden und das Gewicht des Tieres auf dem Dreieck des Schwanzes und der kurzen Vorderbeine ruht. Der Schwanz diene in diesem Moment als Hauptkraftquelle, die das Tier vorwärts schiebt.

Auch wenn der Aufbau des Schwanzes mit seinen vielen Wirbeln völlig anders sei als bei den Gliedmaßen, entspreche seine Muskelleistung der eines vollwertigen fünften Beins, schreiben die Forscher. Ein vierbeiniger Gang sei für Kängurus wegen der im Vergleich viel kürzeren Vorderbeine ohnehin kaum möglich. Statt wie die meisten Vierbeiner beim Gehen jeweils ein Vorder- und ein Hinterbein nach vorn zu setzen, bewegen Kängurus ihre Vorder- und Hinterläufe paarweise.

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