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Der britische Außenminister vermutet Assad-Truppen hinter Giftgasangriff

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Baku, den 23. August (AZERTAG). Der Gasangriff in Syrien mit vielen Toten gehe auf das Konto von Assad-Milizen, sagt der britische Außenminister Hague. Das Regime habe “etwas zu verbergen”. In der zivilisierten Welt könne so etwas nicht ignoriert werden. Noch hat die Untersuchung des Giftgasangriffs durch Uno-Beobachter in Syrien gar nicht begonnen. Gerade erst haben sich die USA und Russland darauf verständigt, dass zunächst unabhängige Experten den Ort der Katastrophe begutachten müssen - da prescht Großbritannien vor. Seine Regierung gehe davon aus, dass Assad-loyale Kräfte hinter der Tat stecken, erklärte Außenminister William Hague am Freitag.

“Mir ist klar, dass einige Leute hier eine Verschwörung gegen das Regime von Baschar al-Assad durch die Opposition erkennen wollen”, so Hague zu entsprechenden Stimmen vor allem aus Syrien, aber zunächst auch aus Russland. Und weiter: “Die Chancen dafür sind verschwindend gering. Deshalb gehen wir von einer chemischen Attacke durch das Assad-Regime aus.”

Zudem sind sich die Briten laut Hague sicher, dass die Regierung in Damaskus im Zusammenhang mit dem grausamen Angriff am Mittwoch “etwas zu verbergen” habe. Bei dem Vorfall in der Nähe der Hauptstadt sollen nach Rebellenangaben Hunderte Menschen mit Giftgas der Regierungstruppen getötet worden sein. Das Assad-Regime dementiert dies heftig. Nun soll die Uno-Untersuchung Klarheit bringen, wie und auf wessen Geheiß die Menschen gestorben sind.

In seiner Kritik am Vorgehen der Verantwortlichen fand Hague äußerst deutliche Worte. Eine solche Tat könne von der “zivilisierten Welt nicht ignoriert” werden.

Auch der britische Verteidigungsminister Philip Hammond äußerte sich zu der jüngsten Eskalation in dem Dauerkonflikt. “Wir werden Druck machen auf das Regime in Damaskus, dass die Uno-Inspekteure vollen Zugang bekommen und wir genau herausbekommen können, was geschehen ist”, sagte er der BBC. Niemand, der für solche Angriffe verantwortlich sei, dürfe daran zweifeln, dass er von der internationalen Gemeinschaft zur Verantwortung gezogen werde, so Hammond.

Zuvor hatte sich sogar Russland, einer der wenigen Verbündeten des Assad-Regimes, kritisch geäußert - und von Damaskus eine vollständige Kooperation mit den Uno-Inspektoren verlangt. Diese befinden sich seit Sonntag im Land, bekommen aber bisher nicht ausreichend Zugang zu wichtigen Anlagen und Tatorten. Man habe sich mit den USA darauf verständigt, dass eine objektive Untersuchung des Vorfalls nötig sei, erklärte der russische Außenminister Sergej Lawrow.

Aktuell kritisierte Moskau jedoch wieder die Rebellen. Diese würden die Arbeit der Inspektoren “direkt behindern”, hieß es am frühen Nachmittag aus dem Außenministerium der russischen Hauptstadt.

Vorsichtig äußern sich dagegen die USA, die für ihre abwartende Haltung in dem Konflikt international immer deutlicher kritisiert werden. Am Freitag nahm Präsident Barack Obama erstmals zu den Berichten über den Giftgaseinsatz Stellung.

Zwar seien die USA noch dabei, Informationen zu sammeln. Es handele sich aber “klar um ein großes Ereignis”, das Anlass zu ernster Sorge gebe, sagte Obama zu CNN. Bei einem Chemiewaffeneinsatz seien auch die Interessen der USA und der internationalen Gemeinschaft berührt.

Allerdings warnte Obama vor schnellen Forderungen nach einer militärischen Intervention. Es gebe rechtliche Fragen sowie die Frage einer internationalen Unterstützung.

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