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Die Metropolen der Langschläfer und Frühaufsteher

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Baku, den 25. August (AZERTAG). New York verkauft sich gern als die „Stadt, die niemals schläft“. Tatsächlich aber gehen die New Yorker früher ins Bett als die Menschen in anderen US-Metropolen: im Durchschnitt genau um 23 Uhr.

Das geht aus den Daten eines Herstellers von Fitnessarmbändern hervor, der die Schlafgewohnheiten von mehreren Zehntausend Großstädtern weltweit vergleicht. Die Armbänder messen, wie viele Schritte ihr Träger am Tag geht, wann er schlafen geht und wann er wieder aufwacht.

Demnach ist Tokio die Stadt, die weltweit am wenigsten schläft: nur fünf Stunden und 44 Minuten. Langschläfer hingegen sind in Moskau richtig, denn dort schlafen die Großstädter im Schnitt bis 08:08 Uhr. Dafür gehen sie allerdings auch erst recht spät schlafen: In der russischen Hauptstadt schlafen die Träger der Fitnessarmbänder durchschnittlich erst um 00:45 Uhr ein.

Wer lieber früh die Segel streicht und früh wieder in den Tag startet, der wird sich in Australien gut verstanden fühlen: Im globalen Vergleich gehen die Menschen in Brisbane am ehesten ins Bett – um 22:57 Uhr. Dafür starten die Menschen dort morgens um halb sieben wieder in den nächsten Tag – und führen damit die globale Frühaufsteher-Rangliste an.

Am meisten Schlaf bekommen die Bewohner einer anderen australischen Stadt: In Melbourne schlafen die Menschen mit fast sieben Stunden im Schnitt am meisten.

Für Deutschland liefert die Studie Daten für München und Berlin. Demnach schlafen die Hauptstädter sechs Stunden und 49 Minuten – eine Minute mehr als der durchschnittliche Münchner.

Auch wenn die Menschen in Tokio länger wach sind, bedeutet das nicht, dass sie produktiver sind. Denn je weniger ein Mensch schläft, desto schneller altert sein Gehirn. Das fanden Wissenschaftler in einer im Juli veröffentlichten Studie an älteren Erwachsenen in Singapur heraus. Die beste Leistung bringt das Gehirn demnach mit sieben Stunden Schlaf pro Tag. Am nächsten kommen diesem Wert die Menschen in Melbourne.

Die Daten liefern nicht nur den weltweiten Vergleich, sondern spiegeln auch kulturelle Besonderheiten einzelner Orte wider: Die Siestas, die man in Madrid gern am Spätnachmittag einlegt, zeigen sich ebenso wie die Nickerchen am Arbeitsplatz, die die Pekinger gern nach dem Mittagessen einlegen. Auch die durchwachte Silvesternacht und das lange Ausschlafen am Neujahrsmorgen zeigen sich in den Daten.

Genau genommen ist auch der Slogan von New York trotz der frühen Schlafenszeit seiner Durchschnittsbewohner nicht verkehrt. Denn egal zu welcher Zeit: Höchstens 95 Prozent der Großstädter schlafen gleichzeitig, fünf Prozent sind immer schon oder noch wach.

Neben den Schlafgewohnheiten zeigen die Daten die Anzahl der Schritte an, die die Menschen am Tag gehen. Demnach sind die Schweden am aktivsten: Mit 8876 Schritten liegen die Bewohner von Stockholm weltweit vorn.

Weniger Bewegung ist im brasilianischen São Paulo angesagt: Hier gehen die Fitnessarmbandträger im Schnitt nur 6254 Schritte. Die Bewegung der Deutschen kann sich in diesem Vergleich sehen lassen: In München laufen sie 8026 Schritte, in Berlin sogar 8134.

Auch wenn es sich hierbei nicht um eine wissenschaftliche Studie handelt, haben die Daten eine gewisse Repräsentativität. Für jede Stadt der USA hat der Hersteller die Daten von mehreren Zehntausend Trägern seines Fitnessarmbands ausgewertet, für alle anderen Städte waren es mindestens 5000.

Die Aussagekraft der Ergebnisse schränkt jedoch ein, dass nur die Menschen in dem Vergleich vorkommen, die auch ein Fitnessarmband tragen. Man kann davon ausgehen, dass viele von ihnen jüngere, sportliche Berufstätige sind.

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