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Die Nikon D5300 ist eine Top-Kamera für wenig Geld

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Baku, den 27. Dezember (AZERTAG). Gut ausgestattet, hohe Bildqualität: Die Nikon D5300 ist eine Top-Kamera für ernsthafte Fotografen mit eingeschränktem Budget. Der Test zeigt. Sportliebhaber könnten mit dem Gerät Probleme bekommen.

Viele Spiegelreflexmodelle sind groß und schwer, die D5300 fällt dagegen vergleichsweise kompakt und leicht aus. Das Gehäuse wiegt 480 Gramm – Systemkameras wie die Sony NEX-6 sind nur wenig leichter oder sogar etwas schwerer wie die Samsung Galaxy NX.

Mit dem zum Test verwendeten Zoom-Objektiv (AF-S Nikkor 18-105 Millimeter) bringt die D5300 knapp ein Kilo auf Waage. Kein Federgewicht, aber leicht genug, um die Kamera beispielsweise im Urlaub den ganzen Tag durch die Gegend zu schleppen. Ein Tribut an das kompakte Gehäuse: Die D5300 hat nur ein Display, auf dem alles angezeigt wird – beim Fotografieren beispielsweise die aktuellen Einstellungen wie Blende, Zeit oder Autofokus-Modus.

Nachteil: Das Display ist immer an. Das kann in dunkler Umgebung stören, wenn man durch den Sucher blickt – in diesem Fall hilft ein leichter Druck auf den Auslöser, dann schaltet das Display automatisch ab.

Einfache Bedienung, meist übers Menü - Spiegelreflex-typisch lassen sich bei der Nikon D5300 viele Einstellungen nach den eigenen Wünschen anpassen. Für einige Einstellungen, beispielsweise das Umschalten in den Serienbildmodus, gibt es Extra-Tasten am Gehäuse.

Viele Einstellungen, etwa für den Autofokus, erledigt man über das Menü der Kamera. Das geht nicht so schnell wie über separate Tasten, hat dafür aber den Vorteil, dass die Kamera immer ein Beispielbild für die jeweilige Einstellung zeigt. Die D5300 zeigt zusätzlich einen kurzen Erklärungstext an, wenn man die ?-Taste rechts unten neben dem Display drückt.

Lichtempfindlicher Sensor, detailreiche Bilder - Der recht große Sensor in der Nikon D5300 sammelt viel Licht ein. Dadurch sieht man nur selten störendes Rauschen in den Bildern, selbst bei hohen ISO-Zahlen. Mit der Standardeinstellung ISO 100 sind die Fotos scharf und sehr detailreich. Dank der hohen Auflösung von 24 Megapixel lassen sie sich auch großformatig ausdrucken.

Poster im DIN-A3-Format sind ohne jeden Qualitätsverlust möglich. Auf den Testaufnahmen der D5300 war praktisch kein Bildrauschen zu sehen, selbst mit ISO 1600 hielt es sich in Grenzen. Da braucht man nicht mehr so viel mit Bildbearbeitungsprogrammen wie Photoshop CC nachzuarbeiten – ein Vorteil gegenüber rauschanfälligeren Systemkameras wie der Olympus OM-D E-M1 und erst recht gegenüber Kompaktkameras.

Schneller Autofokus, aber nicht beim Filmen - Der Autofokus der D5300 arbeitet schnell: Im Test brauchte die Kamera nur 0,31 Sekunden, um scharfzustellen und auszulösen. Das ist langsamer als bei den schnellsten Systemkameras, wie die Nikon 1 V2, reicht aber locker für Schnappschüsse. Mit Turbo-Tempo arbeitet der Autofokus aber nur, solange die Messelektronik unter dem Spiegel scharf stellt.

Klappt der Spiegel noch oben, für den sogenannten Live View oder zum Filmen, muss die D5300 über den Bildsensor fokussieren. Das dauert deutlich länger – zu lange für Schnappschüsse oder sich schnell bewegende Motive und ist ein Nachteil der meisten Spiegelreflexmodelle. Nur die Canon EOS 70D hat Autofokus-Messzellen auf dem Bildsensor und kann so auch bei hochgeklappten Spiegel schnell scharfstellen.

Mit Funk und Ortung - Eingebautes WLAN und GPS gehören zu den wichtigsten Neuerungen gegenüber dem Vorgänger D5200. Damit lässt sich die Kamera per Android- oder Apple-App fernsteuern. Schaltet man die GPS-Funktion über den Menüpunkt Positionsdaten ein, schreibt die D5300 den Aufnahmeort in die Bilddateien.

Praktisch, wenn man nach dem Urlaub noch einmal wissen will, wo ein Foto entstanden ist. Allerdings fressen WLAN und GPS-Empfänger immer ein bisschen Strom. Das reduziert die Akkulaufzeit der Kamera. Ohne GPS und WLAN hielt die D5300 bei Fotografieren sehr lange durch – erst nach gut 1900 Bildern war der Akku leer.

Kein Tempo-Weltmeister - Ein Nachteil günstiger Spiegelreflexmodelle ist das meist geringe Serienbildtempo. Die Hersteller sparen bei der teuren Spiegel-Mechanik.

Da macht die D5300 keine Ausnahme: Maximal fünf Bilder schießt sie pro Sekunde, im Test waren es einschließlich scharfstellen 3,08 Bilder pro Sekunden. Sportfotografen nehmen da besser ein größeres Modell wie die Nikon D7100, die Canon EOS 70D oder eine schnelle Systemkamera wie die Olympus OM-D E-M1.

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