GESELLSCHAFT


Die wichtigsten Fakten zum Ebola-Ausbruch

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Baku, den 16. August (AZERTAG). Die Ebola-Seuche ist längst nicht unter Kontrolle, in Nigeria häufen sich die Fälle. Ethiker halten den Einsatz unerprobter Mittel für angemessen. Kann ein Medikament, das bisher nur an weniger als zehn Affen getestet wurde, jetzt in Westafrika Menschenleben retten? Ein Mittel, von dem völlig unklar ist, ob es überhaupt gegen das Ebola-Virus hilft und welche Nebenwirkungen es haben könnte?

Während die Weltgesundheitsorganisation (WHO) darüber mit Fachleuten diskutierte, hatte sich Liberias Präsidentin schon entschieden: Sie ließ sich alle Reserven des experimentellen Mittels ZMapp aus den USA schicken, drei Dosen waren noch vorhanden.

Wenige Stunden nachdem dies bekannt geworden war, verkündete Anfang der Woche auch die WHO ihren Kurswechsel: „Aufgrund der speziellen Umstände des Ausbruchs hat das Expertenkomitee beschlossen, dass es ethisch vertretbar sei, ungetestete Mittel mit noch unbekannter Wirksamkeit und Nebeneffekten als potenzielle Behandlung oder Vorbeugung anzubieten“, hieß es in einer Erklärung.

In jedem Fall müssten ethische Vorgaben bei der Verabreichung solcher Präparate eingehalten werden, erklärten die WHO-Experten. Dazu gehöre Transparenz zu allen Aspekten der Behandlung ebenso wie auf seriösen Informationen beruhendes Einverständnis, die ärztliche Schweigepflicht gegenüber Dritten und die Respektierung der Würde der Patienten.

Die WHO selbst kann keine Medikamente zulassen – dafür sind die Arzneimittelbehörden der Staaten zuständig. Im Fall von Liberia, das seinen Patienten nun ZMapp geben will, hatte die US-Arzneimittelbehörde FDA zugestimmt. Guinea will derzeit keine unerprobten Medikamente nutzen.

In Guinea, Sierra Leone und Liberia bekommen Behörden, Ärzte und Helfer den Seuchenausbruch weiterhin kaum mit Quarantäne-Maßnahmen unter Kontrolle. Zwar geht die Zahl der Neuansteckungen in den als erstes betroffenen Gebieten zurück – dafür hat das Virus sich aber seinen Weg bis nach Nigeria gebahnt.

Inzwischen ist klar: Der aktuelle Ausbruch ging von einem zweijährigen Jungen aus, der sich wohl zuerst über Buschfleisch oder den Kontakt mit Fledermäusen mit Ebola infiziert hatte. Er starb am 6. Dezember 2013 in Guéckédou, einer Stadt in Guinea mit rund 5.600 Einwohnern.

Anhand des Erbguts der bei Patienten isolierten Viren konnten Forscher den Weg des Erregers von dem Jungen über seine Schwester, die Mutter und die Großmutter verfolgen. Sie alle starben an der Infektion. Während der Beerdigung der Großmutter übertrug sich das Virus auf weitere Familienmitglieder, auch eine Krankenschwester erkrankte.

Von da an nahm die Epidemie ihren Lauf.

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