WIRTSCHAFT


Drei internationale Tabakkonzerne sind in Kanada zu Rekord

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Baku, 2. Juni, AZERTAC

Das Oberste Gericht der kanadischen Provinz Québec hat drei Tabakkonzerne zur Zahlung von insgesamt elf Milliarden Euro an Raucher verurteilt. Die Unternehmen gehen in Berufung - und müssen trotzdem schon jetzt riesige Summen bereithalten.

Drei internationale Tabakkonzerne sind in Kanada zu Rekord-Entschädigungszahlungen an Raucher in zweistelliger Milliardenhöhe verurteilt worden. Imperial Tobacco, Rothmans Benson & Hedges und JTI-Mac Donald müssten den mehr als eine Million Betroffenen 15,5 Milliarden kanadische Dollar - umgerechnet etwa 11,3 Milliarden Euro - an Entschädigungen und Zinsen zahlen, entschied der Oberste Gerichtshof der kanadischen Provinz Québec.

Es ist die höchste Entschädigungssumme, die jemals in Kanada verhängt wurde. Vorausgegangen war ein 17-jähriger Rechtsstreit.

Richter Brian Riordan befand die Hersteller für schuldig, gegen die „allgemeine Pflicht, anderen nicht zu schaden“ sowie gegen die Pflicht, „seine Kunden über Risiken und Gefahren seiner Produkte aufzuklären“, verstoßen zu haben.

Vor dem Gericht waren zwei Sammelklagen verhandelt worden, die knapp 1,02 Millionen Raucher oder ehemalige Raucher aus Québec bereits 1998 eingereicht hatten. Mit der Verhandlung der Klagen war aber erst vor kurzem begonnen worden. Einige der Kläger hatten bereits in den Sechzigerjahren mit dem Rauchen angefangen.

Die Kläger machten die Tabakhersteller für ihre Nikotinsucht sowie für Leiden wie Lungenemphyseme, Lungen- oder Kehlkopfkrebs verantwortlich. Sie warfen den Unternehmen vor, sie nicht ordentlich über die Gefahren des Rauchens informiert und überdies mit Werbung zum Tabakkonsum verführt zu haben. Außerdem hätten die Hersteller für das Verfahren relevante Unterlagen vernichtet.

Die Hersteller kündigten umgehend Berufung gegen das Urteil an. „Seit den Fünfzigern hatten die Kanadier ein starkes Bewusstsein der Gesundheitsrisiken beim Rauchen“, machte JTI-Mac Donald in einer Erklärung geltend. Dieses Bewusstsein sei überdies seit mehr als 40 Jahren durch Warnhinweise auf jeder Zigarettenpackung verstärkt worden. Das Urteil in Québec wolle „erwachsene Konsumenten von jeder Verantwortung für ihr Verhalten entbinden“, kritisierte der Konzern.

Trotz der Berufung müssen die Unternehmen laut Urteil in den kommenden 60 Tagen bereits etwa 730 Millionen Euro Entschädigung bereitstellen.

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