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Dutzenden Festnahmen in China

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Baku, 2. April, AZERTAC 

Ein offener Brief an Präsident Xi Jinping hat in China zu Dutzenden Festnahmen geführt. Auch Exil-Journalist Chang Ping wurde als Autor verdächtigt - und erklärt, warum es mehr solcher Briefe geben müsste.

Welches Verständnis der chinesische Präsident Xi Jinping von der Pressefreiheit in seinem Land hat, machte er unlängst bei einem Besuch des Fernsehsenders China Central Television (CCTV) deutlich: Chinesische Medien müssten den Willen der Partei widerspiegeln, die Macht der Partei stützen und nach der Liebe der Partei streben, sagte er laut "Washington Post".

Was passiert, wenn die Presse dennoch unliebsame Inhalte veröffentlicht, lässt sich nun an seiner Reaktion auf einen offenen Brief ablesen. Anfang März wurde das Schreiben auf der halbstaatlichen Website "Wujie News" veröffentlicht. Darin wird Xi vorgeworfen, durch die Zentralisierung der Macht in seinen Händen eine "politische, wirtschaftliche, ideologische und kulturelle Krise" ausgelöst zu haben. Unterzeichnet ist der Brief von "loyalen Parteimitgliedern".

Die Reaktion der Regierung fiel heftig aus; mehr als zwei Dutzend Menschen wurden wegen der Zeilen zwischenzeitlich festgenommen. Auf der Suche nach den Autoren des Briefes verdächtigten die Behörden auch Journalisten, die sich im Ausland aufhielten. So geriet Chang Ping in ihr Visier, der seit 2011 in Deutschland lebt. Einige seiner Familienangehörigen, die in der chinesischen Provinz Sichuan leben, wurden von Polizisten mitgenommen und verhört, berichtete er.

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