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E-Mails stützen Verdacht auf Vetternwirtschaft

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Baku, den 31. Dezember (AZERTAG). Interne E-Mails der US-Bank JP Morgan Chase nähren einem Bericht der „New York Times“ zufolge den Verdacht auf Vetternwirtschaft in China. Demnach stellten internationale Großbanken gezielt Kinder einflussreicher Chinesen an, um lukrative Aufträge zu erhalten.

Seit dem Sommer ist bekannt, dass US-Behörden gegen internationale Großbanken wegen des Vorwurfs der Vetternwirtschaft ermitteln. Nun zitiert die „New York Times“ aus einer Reihe von internen E-Mails der US-Bank JP Morgan Chase, die den Verdacht stützen, Kinder mächtiger chinesischer Manager seien gezielt eingestellt worden, um an gewinnträchtige Aufträge zu kommen.

Dem Bericht zufolge scheint unter den Instituten ein regelrechtes Gerangel beim mutmaßlichen Werben um die Verwandten geherrscht zu haben. Gerade JP Morgan Chart zeigen habe dabei unter besonderem Druck gestanden, weil das Institut Ende der Nullerjahre beim Geschäft in China weit hinter die Konkurrenz gefallen war.

„Wir brauchen sie wirklich, um zurückzukommen“, soll demnach etwa ein JP-Morgan-Banker in Hongkong in einer E-Mail über die Tochter des Chefs eines großen chinesischen Lebensmittel-Staatskonzerns geschrieben haben. Der Konzernchef habe ihn deswegen per Telefon und E-Mail kontaktiert. JP Morgan bot der betreffenden Cheftochter der Zeitung zufolge sowohl im Jahr 2011 als auch im Jahr 2012 ein Praktikum an.

Die „New York Times“ zitiert aus einer weiteren E-Mail, in der sich ein anderer Angestellter von JP Morgan einem Kollegen gegenüber beklagt, die Bank sei viel zu zurückhaltend bei derartigen Einstellungen. Er habe gerade den Sohn der „Nummer zwei“ bei einer staatlichen Lkw-Firma für sein Team angeworben. „Ich habe Platz für viel mehr solcher Einstellungen (Goldman hat 25)“, heißt es weiter.

Juristisch schwierig zu fassen - Im August war bekannt geworden, dass die US-Wertpapieraufsicht SEC und das Justizministerium gegen JP Morgan wegen möglicher Vetternwirtschaft in China ermitteln. Die Großbank hatte damals zugesichert, mit den Behörden zu kooperieren. Offenbar zitiert die „New York Times“ nun aus im Zuge dieser Ermittlungen sichergestellten E-Mails der Bank.

„Wie haben heute ein Geschäft an die DB verloren, weil die die Tochter des Vorstandsvorsitzenden in diesem Sommer dazu gebracht haben, für sie zu arbeiten“, schrieb demnach etwa ein weiterer Investmentbanker von JP Morgan Chase in Hongkong im Jahr 2009 an Kollegen. Das Kürzel DB steht dabei für die Deutsche Bank Chart zeigen, die laut der Zeitung ebenfalls in den Fokus der US-Ermittler gerückt sein soll - zusammen mit der Citigroup Chart zeigen, der Credit Suisse Chart zeigen, Goldman Sachs Chart zeigen und Morgan Stanley Chart zeigen.

Allerdings ist bislang keines der Institute offiziell eines Rechtsverstoßes beschuldigt worden. Weder die Deutsche Bank noch JP Morgan Chase nahmen auf Anfrage Stellung zu dem Bericht.

Ohnehin ist juristisch schwer zu fassen, ab wann die Einstellung von Mitarbeitern, die gute Beziehungen zu Entscheidern besitzen, gegen Anti-Korruptions-Gesetze wie denen der USA verstößt. Ausdrücklich betont etwa die „New York Times“, die US-Behörden könnten letzten Endes durchaus zum Schluss kommen, dass keine der untersuchten Anstellungen in China illegal gewesen sei.

Für Unternehmen aus vielen Branchen sind auf ausländischen Märkten Manager interessant, die detaillierte Kenntnisse über den jeweiligen Markt und gute Verbindungen in die Politik besitzen. Gerade bei Investmentbanken soll es ganz allgemein gängige Praxis sein, nach Angestellten mit Beziehungen zur Regierung zu suchen.

Doch selbst wenn die Einstellungspraxis der Banken als illegal bewertet werden würde - in vielen Fällen dürfte es zudem sehr schwierig sein, auch rechtskräftige Beweise für derartige Verstöße zu finden.

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