GESELLSCHAFT


Ebola-Epidemie: Menschheit kann sich noch so gut schützen

Baku, 19. Mai, AZERTAC

Die Menschheit kann sich noch so gut schützen - sie wird trotzdem eine neue Ebola-Epidemie erleben. Experten seien sich einig, dass dies "unausweichlich" sei, erklärte die Direktorin der Weltgesundheitsorganisation WHO, Margaret Chan. Gleichzeitig sei die Welt aber viel besser für den nächsten Ausbruch des hochansteckenden Virus gerüstet.

Seit dem Beginn der Ebola-Epidemie im Dezember 2013 hatten sich in den armen westafrikanischen Ländern Guinea, Sierra Leone und Liberia mehr als 28.000 Menschen mit dem Virus infiziert, 11.300 starben an den Folgen. Erst im März 2016 erklärte die WHO die Epidemie für beendet. Der Organisation wird vorgeworfen, die dramatische Lage zu spät erkannt und zu zögerlich reagiert zu haben.

6000 Menschen geimpft - keiner erkrankt - Aufgrund der tödlichen Epidemie sei rasch ein Impfstoff entwickelt worden, auch wenn dieser "zu spät verfügbar war, um möglichst viele Leben zu retten", erklärte Chan jetzt. In einem klinischen Test waren 2015 fast 6000 Menschen in Guinea mit dem Stoff geimpft worden, daraufhin steckte sich keiner von ihnen mit dem Ebolavirus an.

Die Gesundheitsbehörden hätten durch den Impfstoff - selbst wenn er zunächst nur in kleinen Mengen vorhanden sei - eine weitere Möglichkeit der Vorbeugung "jenseits von Isolation und Quarantäne", erklärte Chan. Das Ebolavirus gehört zu den gefährlichsten Krankheitserregern der Welt. Der Erreger kann mit Blutungen einhergehendes Fieber auslösen. Nach WHO-Angaben sterben 25 bis 90 Prozent der Patienten.

Entdeckt wurde das Ebolavirus bereits 1976 auf dem Gebiet der heutigen Demokratischen Republik Kongo. Seitdem brach die Krankheit immer wieder aus, meist in West- und Ostafrika. Anfang 2014 entwickelte sich aus einigen Fällen im südlichen Guinea allerdings die größte Ebola-Epidemie, die jemals dokumentiert wurde.

Bis heute wissen Forscher nicht mit Sicherheit, wie das Ebolavirus zwischen Ausbrüchen in der Natur überdauert, bevor es wieder auf den Menschen überspringt. Auch fehlen noch immer Medikamente, die das Virus wirksam bekämpfen.

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