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Ein Massengrab entdeckt

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Baku, 18. August, AZERTAC

Forscher haben ein Massengrab entdeckt. Die untersuchten Knochen deuten auf ein Massaker in der Jungsteinzeit hin. Getötet wurden Männer und Kinder - junge Frauen hingegen wurden wohl entführt.

Forscher haben im hessischen Schöneck-Kilianstädten in der Nähe von Frankfurt am Main Hinweise auf ein Steinzeitmassaker entdeckt. „Mindestens 26 Menschen wurden wahrscheinlich gefoltert, erschlagen und dann in eine Grube geworfen“, sagen die Forscher, Erstautor der im Fachmagazin „Proceedings of the National Academy of Sciences“ veröffentlichten Studie.

Nach Erkenntnissen der Wissenschaftler sind die menschlichen Überreste etwa 7000 Jahre alt und stammen damit aus der Jungsteinzeit. Auffallend sei, dass vor allem Männer und 12 bis 13 Kinder begraben waren, erläutert Forscher, der sich auf die Analyse alter Knochen spezialisiert hat. Die einzigen zwei Frauen waren zum Zeitpunkt ihres Todes über 40 Jahre alt gewesen. „Das kann bedeuten, dass die jungen Frauen von den Angreifern entführt wurden.“

Es gebe keine erkennbaren Spuren für ein rituelles, würdevolles Begräbnis, so Forscher. Nicht zuletzt deshalb gehen die Forscher von einem gewaltsamen Tod aus. „An vielen Schädeln und vor allem an den Waden- und Schienbeinen haben wir Frakturen gefunden. Diese Knochenbrüche müssen mit einer enormen Wucht entstanden sein."

Motiv unklar - Die Forscher können derartige Gewalt selbst nach Jahrtausenden noch nachweisen, sagen Forscher - und das, obwohl die Knochen gar nicht so gut erhalten sind und im Boden zum Teil aufgelöst wurden. „Wir wissen, dass viele der Menschen mit Steingeräten erschlagen wurden und wahrscheinlich an den Schädelverletzungen gestorben sind.“ Die Beinknochen seien fast systematisch zertrümmert worden.

Welche Motive die Angreifer hatten, darüber können Forscher nur mutmaßen. Sie gehen davon aus, dass bei dem Massaker eine gesamte Siedlung ausgelöscht wurde. Das sei kein einzigartiger Vorfall für die Zeit. Neu sei aber die Brutalität der Angreifer. „Mit der Sesshaftigkeit gab es möglicherweise auch Konflikte um Gebiete“, sagt der Forscher.

Schöneck-Kilianstädten sei der dritte Ort in Mitteleuropa, an dem ein Massaker aus der Zeit der sogenannten Linearbandkeramik nachgewiesen wurde. Mit der Linearbandkeramik beginnt in Mitteleuropa die Jungsteinzeit, in der sich die ersten Menschen dauerhaft niedergelassen und Ackerbau und Viehzucht betrieben haben. Datiert wird sie grob auf die Jahre 5500 bis 5000 vor unserer Zeitrechnung.

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