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Ein Münzfund für die Geschichtsbücher

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Baku, den 5. März (AZERTAG). Wann wurde die heutige Provinz British Columbia im Westen Kanadas entdeckt? Laut offizieller Geschichtsschreibung geschah dies 1774 durch Spanien. Eine nun entdeckte Münze spricht für eine andere Version, die angeblich auf Geheiß der englischen Königin geheim gehalten wurde.

Ein Münzfund für die Geschichtsbücher. Ein kanadischer Schatzjäger hat an der Westküste einen britischen Schilling aus dem 16. Jahrhundert entdeckt und damit die Theorie ins Wanken gebracht, wonach die Spanier 1774 den Briten bei der Entdeckung der heutigen Provinz British Columbia zuvorkamen. Der Rentner Bruce Campbell spürte die 435 Jahre alte Münze Mitte Dezember am Ufer eines Flusses in der Provinzhauptstadt Victoria auf.

Laut der offiziellen Geschichtsschreibung waren es spanische Entdecker, die im Jahr 1774 erstmals einen Fuß auf das riesige, nördlich des US-Bundesstaats Kalifornien gelegene Gebiet setzten, das heute zum Teil zur kanadischen Provinz British Columbia gehört. Vier Jahre später folgte der britische Kapitän James Cook.

Campbells Münzenfund gibt einer anderen Theorie neuen Auftrieb: Demnach stieß der britische Seefahrer Francis Drake bei einer Expedition nach Kalifornien bereits im Jahr 1579 bis zu diesen nördlich gelegenen Gefilden an der Pazifikküste vor. Seine Entdeckung habe er auf Geheiß von Queen Elizabeth I. aber geheim gehalten, um Ärger mit der Kolonialmacht Spanien zu verhindern.

Der Historiker Samuel Bawlf ist ein führender Vertreter dieser sogenannten Drake-Theorie. Die Briten hätten den Ureinwohnern die Münzen überreicht, um ihren Anspruch auf die Territorien gegenüber späteren Entdeckern anzumelden, sagte Bawlf der Nachrichtenagentur AFP. Bereits 1930 und in den siebziger Jahren waren an Kanadas Westküste zwei britische Geldstücke aus dem 16. Jahrhundert entdeckt worden.

Weit zurückhaltender äußerte sich der Archäologe Grant Keddie vom Royal British Columbia Museum. Es gebe einfach nicht genügend Belege für Bawlfs Theorie. Von Drakes Reise liegen keine Aufzeichnungen mehr vor. Seine Dokumente wurden bei einem Brand in London Mitte des 17. Jahrhunderts zerstört.

Der Finder der Münze zeigte sich unbeeindruckt von dem Trubel. „Ich wurde fett und vor dem Fernseher wurde es mir zu langweilig“, kommentierte Campbell seine Freizeitbeschäftigung. Mit seinem Fund ist er zufrieden. Etwas Älteres als den Schilling werde er sicherlich nie wieder entdecken.

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