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Ein gestresster Elefant kann auf das Mitgefühl seiner Artgenossen zählen

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Baku, den 19. Februar (AZERTAG). Erschrickt ein Elefant, schnellen Ohren und Schwanz hoch, und er grummelt. Sogleich kommen Artgenossen, um Trost zu spenden. Allerlei Schmuserituale linderten das Gemüt, berichten Forscher. Die Tiere stecken einander etwa den Rüssel in den Mund - eine eindeutige Geste.

Ein gestresster Elefant kann auf das Mitgefühl seiner Artgenossen zählen. Asiatische Dickhäuter trösten sich gegenseitig. Eine Studie weist erstmals empirisch nach, was Elefantenkenner seit langem ahnten: dass die Tiere intelligent und mitfühlend sind.

„Die Studie zeigt, dass Elefanten selbst unruhig werden, wenn sie gestresste Artgenossen sehen, dass sie auf sie zugehen und sie beruhigen, ganz ähnlich wie etwa Schimpansen oder Menschen“, berichtet der Wissenschaftler Joshua Plotnik im Online-Journal „PeerJ“.

Sein Kollege Richard Lair kann die Erkenntnisse nach mehr als 30 Jahren Beobachtung der Tiere in Thailand bestätigen: „Elefanten verhalten sich in Stresssituationen erstaunlich ähnlich wie Menschen“, sagt der Berater des thailändischen Elefantenschutzzentrums. „Ein Mensch tröstet einen anderen, indem er etwa den Arm um ihn legt und beruhigend auf ihn einredet. Auch Elefanten bieten gestressten Artgenossen Nähe, berühren sich mit dem Rüssel, reiben sich aneinander und machen beruhigende Geräusche.“

Wie ein Handschlag - Plotnik hat mit Kollegen fast ein Jahr lang 26 asiatische Elefanten in einem Reservat in Nordthailand untersucht und ihre Reaktionen beobachtet, etwa auf einen streunenden Hund oder eine Schlange im Gebüsch. „Wenn ein Elefant erschrickt, gehen die Ohren hoch, der Schwanz geht in die Luft, und er grummelt“, schreibt der Tierpsychologe, der an der Mahidol-Universität in Thailand lehrt.

In solchen Momenten komme meist ein anderer Elefant, berühre den erschreckten Artgenossen sanft mit dem Rüssel oder stecke ihm den Rüssel in den Mund - das Elefantenäquivalent zum Handschlag. „Ich bin für dich da, ich tu dir nichts“, bedeute das Ritual.

Nach Lairs Erfahrung sind besonders weibliche Dickhäuter als Tröster im Einsatz. Die besondere Zuwendung könne sich über Tage hinziehen, hat er beobachtet, je nachdem, was den Elefanten aufgewühlt habe. „Wenn eine Elefantenkuh etwa ihr Baby verliert, dauern die Stresssymptome länger und auch das tröstende Verhalten.“ Elefanten zählten neben Primaten und Walen zu den intelligentesten Tieren, betont Lair.

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