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El Niño sorgt für reichere Ernten in Südamerika

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Baku, den 15. Mai (AZERTAG). Überschwemmungen, Starkregen, Dürren. Das Klimaphänomen El Niño kann erhebliche Schäden verursachen. Doch es kann auch nützlich sein. Eine Weltkarte zeigt die Gewinner und Verlierer des Extremwetters.

Wie wirken sich Wetterereignisse auf die globale Nahrungsmittelproduktion aus? Erstmals haben Forscher den Zusammenhang zwischen El Niños und globalen Veränderungen der Erntemenge untersucht. Die Studie zeigt: El Niños fördern die globale Ernte stärker, als sie sie beeinträchtigen.

Einige Staaten profitieren, andere verlieren. Die Erkenntnisse könnten helfen, Lebensmittel gezielter anzubauen und Hungerperioden vorzubeugen, berichten Forscher um Toshichika Iizumi vom nationalen Institut für Umwelt- und Agrarforschung in Tsukuba, Japan, im Fachmagazin „Nature Communications“.

El Niños, die alle paar Jahre in unregelmäßigen Abständen auftreten, verursachen immer wieder Überflutungen an der Pazifikküste Südamerikas, im Süden der USA kann es zu extremen Regenfällen kommen und in Südostasien und Australien zu Dürren. Ausgelöst wird das Phänomen durch Veränderungen der Oberflächentemperatur des Wassers im östlichen tropischen Pazifik. La Niña tritt typischerweise im Anschluss an El Niño auf. Das Ereignis wird, im Gegensatz zu El Niño, durch außergewöhnlich kalte Strömungen im Pazifik ausgelöst - sozusagen ein Anti-El Niño. Auch 2014 könnte ein El Niño Jahr werden, prophezeien Meteorologen.

Schlechte Ernte in USA, China und Afrika - Die Weltkarte, die Iizumi und Kollegen nun vorlegen, beschreibt die Auswirkungen von El Niño- und La Niña-Ereignissen auf die globalen Ernteerträge. Sie zeigt die Auswirkungen auf die Ernten von Mais, Reis, Weizen und Sojabohnen zwischen den Jahren 1984 bis 2004. Demnach haben El Niño-Ereignisse beispielsweise negative Folgen auf den Maisanbau im Südosten der USA, in China, im Osten und Westen Afrikas und in Indonesien gehabt. Auch die Erträge bei Sojabohnen in Indien und Teilen Chinas leiden darunter.

Dagegen fahren zum Beispiel Maisbauern in Brasilien und Argentinien bessere Ernten durch El Niño ein. Insgesamt sorge das Klimaphänomen auf bis zu 30 bis 36 Prozent der weltweiten Anbauflächen für höhere Ernteerträge und habe damit auf mehr Agrargebiete positive als negative Effekte.

Doppelter Lebensmittelbedarf - Bei La Niña-Ereignissen verschlechtern sich die Ernten dagegen. Nach Studienangaben fallen sie auf 9 bis 13 Prozent der Agrarfläche geringer und nur bei 2 bis 4 Prozent höher aus. Den Einfluss der Klimaphänomene auf die exakte Höhe der Ernteerträge haben die Forscher nicht ermittelt.

Hintergrund der Untersuchung ist ein weltweites Problem: Bis 2050 werde die weltweite Nachfrage nach Mais, Reis, Weizen und Sojabohnen voraussichtlich um 100 bis 110 Prozent im Vergleich zum Jahr 2005 steigen, berichten die Forscher. Entsprechend müsse die globale Produktion in den kommenden vier Jahrzehnten um jährlich 2,2 bis 2,4 Prozent zulegen. Um dieses Ziel zu erreichen, sei es wichtig, die Auswirkungen der Klimaphänomene El Niño und La Niña zu kennen und zu nutzen.

Mithilfe der neuen Informationen könne der Zeitpunkt der Aussaat oder die Art des angebauten Getreides zukünftig an die Wetterereignisse angepasst werden, glauben die Forscher. Wie sich El Niño und La Niña regional auf die Ernte auswirken, war schon bekannt - nicht aber die globalen Folgen.

 

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