WIRTSCHAFT


Entwicklung an den wichtigen Börsen rund um China gibt den Analysten recht

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Baku, 25. August, AZERTAC 

Die Besitzer chinesischer Aktien mussten auch am Dienstag dem Verfall der Kurse zuschauen - an die versprochenen Wachstumsziele glaubt kaum noch jemand. Ermutigende Zeichen kommen hingegen von den Börsen in Japan und Australien.

Die Großinvestoren dieser Welt haben die Rangliste der Problemfälle neu sortiert. Nicht mehr Griechenland steht an erster Stelle, sondern China. Kaum einer glaubt mehr daran, dass die Regierung das versprochene Wachstumsziel von sieben Prozent in diesem Jahr noch erreichen kann.

„Panik regiert den Markt“, beschreibt Börsenanalyst Zhou Lin vom Handelshaus Huatai die Lage. „Und ich sehe keine Anzeichen dafür, dass Peking mit wirksamen Mitteln gegensteuern will.“

Zwar pumpte die Zentralbank am Morgen erneut 23 Milliarden Dollar in den sogenannten Interbankenmarkt, um den Geldfluss zwischen den Banken sicherzustellen - doch den Aktienkursen nutzte das wenig. Nach den Verlusten an der Wall Street rutschten die Kurse erneut in den Keller. Der wichtige Shanghai Composite Index fiel zuletzt um 4,46 Prozent auf 3065,97 Punkte, während der Shenzhen Composite Index um 5,82 Prozent auf 1773,39 Punkte absackte. Der ChiNext für Technologiewerte, der dem Nasdaq in den USA ähnelt, stand ebenfalls unter Abgabedruck.

Am Vortag hatten die Kurse in China aus Sorge um eine weitere Verlangsamung der zweitgrößten Volkswirtschaft und enttäuschten Hoffnungen auf eine Lockerung der Geldpolitik um acht Prozent nachgegeben und damit weltweit Ängste vor einem möglichen Crash geschürt.

Überfällige Kurskorrektur - Experten halten Panik jedoch für unbegründet. Sie verweisen auf die überfällige Korrektur der durch üppige Kapitalzuflüsse aufgeblähten Kurse, die die Realität der chinesischen Wirtschaft kaum mehr abbildeten. „Die aktuelle Baisse ist 'made in china'“, schreiben die Volkswirte von Capital Economics. „Die Eckdaten der anderen großen Volkswirtschaften geben jedenfalls keinen Anlass, eine weltweite Rezession zu fürchten.“

Auch die Situation in China selbst sei nicht alarmierend, fügen die Experten hinzu. „Die Daten deuten auf einen Abschwung hin, aber nicht auf eine harte Landung.“

Die Entwicklung an den wichtigen Börsen rund um China gibt den Analysten recht. In Tokio etwa setzten die Kurse zu einer rasanten Aufholjagd an. Im späteren Vormittagshandel machte der Nikkei-Index für 225 führende Werte dank Schnäppchenkäufen Verluste von zwischenzeitlich fast 800 Punkten wieder wett und kletterte zurück über die psychologisch wichtige Marke von 18.000 Punkten. Zur Handelsmitte notierte der Index ein deutliches Plus von 204,22 Punkten oder 1,1 Prozent beim Zwischenstand von 18.744,90 Punkten. In Malaysia und Taiwan erholten sich die Börsen ebenfalls von den Verlusten des Vortags.

Auch für den Dax zeichnet sich Entspannung ab. Analysten erwarten ein Plus von gut 2,5 Prozent, für den EuroStoxx 50 wird ein Plus von 1,8 erwartet.

Am Vortag hatte der Nikkei angesichts der globalen Kursrutsche den höchsten Verlust seit zwei Jahren verbucht. Der breit gefasste Topix notierte unterdessen einen Aufschlag von 21,66 Punkten oder 1,46 Prozent bei 1502,53 Punkten.

Fundamentaldaten weiterhin gut - Auch die Börse in Australien erholte sich von den Vortagesverlusten. Der S&P/ASX 200-Index fiel zwar beim Auftakt kurzzeitig unter die psychologisch wichtige Marke von 5000 Punkten, lag am Mittag (Ortszeit) aber zeitweise mehr als zwei Prozent im Plus. Am Montag waren die Kurse um vier Prozent eingebrochen.

Die Ereignisse von Montag seien keine Krise, sondern eine Kurskorrektur, meinte der australische Finanzminister Joe Hockey. „Ich bin überzeugt, dass die Fundamentaldaten der australischen und der Weltwirtschaft weiter gut sind“, sagte er im Fernsehen.

Der Kurssturz in China hatte die Stimmung am Montag auch an der Wall Street schwer eingetrübt. Nach hohen Anfangsverlusten gab es zwar einen kurzen Erholungsversuch, doch gingen die US-Aktien deutlich schwächer aus dem Handel. Der Dow Jones Industrial schloss 3,58 Prozent tiefer bei 15.871,28 Punkten, nachdem er zwischenzeitlich den mehr als sechsprozentigen Verlust im frühen Handel nahezu wettgemacht hatte und dabei um fast tausend Punkte gestiegen war.

 

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