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Erdbeben hebt Insel aus dem Meer

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Baku, den 26. September (AZERTAG). Sie ist 90 Meter breit und ragt 20 Meter hoch aus dem Arabischen Meer. Beim schweren Erdbeben in Pakistan ist eine neue Insel entstanden. Wissenschaftler haben eine Erklärung für das Phänomen.

Das schwere Erdbeben im Südwesten Pakistans hat am Dienstag Hunderte Menschen das Leben gekostet. Und es hat im flachen Wasser des Arabischen Meeres eine neue Insel entstehen lassen. Die Menschen in der rund 400 Kilometer südlich des Epizentrums gelegenen Hafenstadt Gwadar sahen nach dem Beben, dass „ein riesiges Ding“ aus dem Wasser ragte, wie es Anwohner Muhammad Rustam beschrieb, „es war ein bisschen unheimlich“.

Marinesoldaten und Wissenschaftler des pakistanischen Nationalen Instituts für Ozeanografie untersuchten die Insel. Sie hätten dort hohe Konzentrationen von Methangas entdeckt, sagte der Meeresbiologe Mohammad Danish dem Fernsehsender Geo. „Unser Team entdeckte Blasen, die von der Oberfläche der Insel aufstiegen, und die brannten, wenn ein Streichholz angezündet wurde“, sagte Danish. Die Insel ist nach seinen Angaben rund 20 Meter hoch, 90 Meter lang und 37 Meter breit und liegt 200 Meter von der Küste entfernt.

Keine feste Struktur, sondern ein Schlammgebilde - Der australische Seismologe Gary Gibson von der Universität Melbourne sagte der Nachrichtenagentur AFP, es handele sich wahrscheinlich um einen Schlammvulkan, bei dem Methangas während eines Bebens Material an die Oberfläche katapultiert. Dies sei ein sehr seltenes Phänomen, das in der Gegend aber bereits vorgekommen sei. Geologen verweisen auf Beben in den Jahren 1999 und 2010, bei denen in der Region Gwadar ebenfalls neue Inseln entstanden.

Das Eiland sei keine feste Struktur, sondern ein Schlammgebilde, sagte Gibson. Sie werde durch die Wellenbewegungen wieder zerfallen. Der pakistanische Geologe Shamim Ahmed Shaikh gab der Insel einige Monate.

Das Beben der Stärke 7,7 hatte die Region Balutschistan im Südwesten Pakistans erschüttert. In dem am stärksten betroffenen Bezirk Awaran hat die Provinzregierung den Notstand ausgerufen. Das Militär schickte Hubschrauber und Hunderte von Soldaten in die betroffene Region.

Das Deutsche Geoforschungszentrum in Potsdam verortete den Ursprung des Bebens in 42 Kilometern Tiefe, die US-Erdbebenwarte (USGS) bei nur 20 Kilometern unter der Erdoberfläche. Die Zahl der Opfer kann noch weiter steigen, da Berichte aus abgelegenen Regionen erst nach und nach eintreffen.

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